Es rumpelt in der Schublade

Bezau - Alfred Vogel organisiert ein neues Musikfestival im Bregenzerwald. Das "Bezau Beatz“-Festival startet am Dienstag um 20.30 Uhr mit Philipp Fankhauser.

Das Festival findet am Dorfplatz in Bezau oder bei schlechter Witterung im Bezegg-Saal statt. Weitere Konzerte gibt es jeweils Dienstags bis 9. September 2008.

VN: Sie haben vor, Bezau ein Gefühl für die richtigen Beats beizubringen. Wo­raus entstand diese Idee?

Vogel: Ich bin ja jetzt schon länger im Bregenzerwald und habe mir oft gedacht, dass es schade ist, dass es im kulturellen Bereich noch so viel Platz gibt, den man einfach nutzen muss und dass man das mit einem Musikfestival sehr gut auch tun könnte.

VN: „Bezau Beatz“ Teil eins steht nun. Ist das Projekt auf längere Sicht geplant?

Vogel: Als ich die Idee hatte, habe ich mich mit anderen Kulturveranstaltern im Bregenzerwald zusammengesetzt. Da kam der Wunsch auf, dass man dieses Musikfestival auf das gesamte Tal ausweiten könnte. Dafür ist es jetzt noch zu früh, in ein, zwei Jahren ist es aber sicher denkbar.

VN: Als Beispiel könnte man da von der Struktur her den „Montafoner Sommer“ nennen, der auch verschiedene Schauplätze im Montafon „bedient“.

Vogel: Genau. Das ist aber eben noch Zukunftsmusik. Und die Dorfgrenzen sind immer noch ein großes Hindernis. Sie sind nicht unüberwindbar, aber man muss sich eben etwas einfallen lassen, wie man das Publikum mobilisieren kann.

VN: Der Bedarf, der Wunsch nach einem Musikfestival war aber dennoch vorhanden.

Vogel: Ja. Uns geht es auch darum, zu zeigen, dass es doch schade wäre, wenn es zwar die Schubertiade als großes Festival im Bregenzerwald gibt, aber eben nur die Schubertiade. Und, ein Festival ist immer auch eine Chance für die gesamte Region, sich zu präsentieren, sich zu positionieren. Wir sind auch Gesprächsthema in der Region und das ist immer gut. Die Gemeinde Bezau gibt uns da wirklich auch volle Rückendeckung. Man will den Versuch einfach starten.

VN: Das ist wunderschön. Finanziert will ein Festival aber eben auch werden.

Vogel: Durch Sponsorengelder, Konzertförderung des Landes und einem „Basisbudget“ von der Gemeinde Bezau kommen wir auf rund 15.000 Euro. Das ist knapp und einige Bands spielen bei uns wirklich für einen Pappenstiel, aber es geht sich aus.

VN: Da sind wir auch schon bei den Akteuren. Was muss eine Band mitbringen, dass sie ins „Bezau Beatz“-Festivalprogramm passt?

Vogel: Ich bin ja selbst Musiker, habe ein eigenes Label. Da konnte ich meine Kontakte etwas spielen lassen und Bands aus Wien, Berlin und Zürich zu uns holen. Dann habe ich darauf geachtet, dass auch Vorarlberger Bands, wie das Dave-Helbock-Trio, Peter Madsen und Herbert Walser-Breuß im Programm sind.

VN: Die Mischung machts also?

Vogel: Ja und nein. Es gibt schon gemeinsame Merkmale bei allen Bands und Sängern. Es sind Musiker, die sich nicht in eine Schublade packen lassen, Musiker, die stilistisch zwischen den Stühlen sitzen. Das macht die Sache spannend und animiert auch, vielleicht das ein oder andere Stück nachzuhören.

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