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Es hilft nur noch ein Sieg

Altach beim Tabellenführer unter Siegzwang: Für den Traum vom Titel muss ein Sieg her.
Altach beim Tabellenführer unter Siegzwang: Für den Traum vom Titel muss ein Sieg her. ©Stiplovsek
Altach spielt heute ab 20.30 Uhr beim Tabellenführer in Wolfsberg um die letzte Titelchance.
Ticker: A. Lustenau - TSV Hartberg
Ticker: SV Grödig - FC Lustenau
Ticker: WAC - SCR Altach ab 20:30 Uhr

Diese Situation wollte Trainer Edi Stöhr unbedingt vermeiden. Seine Cashpoint-Truppe muss heute beim Tabellenführer unbedingt einen Sieg einfahren, um weiter vom Titel träumen zu dürfen. „Weil uns die Trendumkehr in Sachen Ergebnis nicht gelungen ist“, bringt es der Deutsche auf den Punkt und fügt hinzu: „Jetzt müssen wir gewinnen.“ Und der 55-Jährige ist selbst ein wenig gespannt darauf, wie seine Elf mit dieser Drucksituation umzugehen weiß. Immerhin muss er seine Mannschaft auch im vierten Spiel unter seiner Führung umstellen. Kapitän Alex Guem muss als Rechtsverteidiger aushelfen, und Stürmer Tomi ist erst gestern aus Spanien zurückgekehrt. Aufgrund eines Unglücksfalls in der Familie hatte der 27-Jährige kurzfristig frei bekommen. Dennoch dürfte Tomi in der Startelf aufscheinen, zumal Patrick Seeger erst am Mittwoch ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. „Ich werde mich mit dem Trainer unterhalten“, meinte der 25-Jährige, der sein letztes seiner bislang zehn Saisontore am 18. November (4:2 gegen die Vienna) geschossen hat. Zuletzt arbeitete er nach seiner Muskelverletzung hart an seinem Comeback und musste von der Tribüne mitansehen, wie die Titelchancen immer kleiner wurden. „Man sieht, dass einiges nicht funktioniert. Warum? Das wüsste ich auch gerne.“ Dennoch gibt sich Seeger kämpferisch, wenn er verspricht: „So lange noch rechnerisch alles möglich ist, so lange glauben wir daran.“ Dazu wird es in den letzten fünf Runden noch Tore von Seeger brauchen, was der Altenstädter folgendermaßen kommentiert: „Eines wird schon noch dazukommen.“

Stöhr fordert viel Laufarbeit

Davon ist auch Guem überzeugt. Der 35-Jährige spricht von einer guten Stimmung vor dem wohl alles entscheidenden Spiel in Wolfsberg. „Wir haben noch eine Chance, wir müssen nur die Tore machen“, so das Alt­acher Urgestein. Im Gespräch mit dem Trainer hat er diese Woche noch einmal die Entschlossenheit der Mannschaft betont. Stöhr selbst spricht mit Respekt vom Gegner, wenn er meint: „Wer nach 31 Runden in der Tabelle vorne liegt, der hat sich dies auch verdient.“ Der 55-Jährige warnt vor allem vor den „gefährlichen Standards“ der Elf aus Kärnten. Von seinen Spielern fordert er, dass sie den Gegner in die Rückwärtsbewegung zwingen, was „viel Klasse und viel Laufarbeit“ erfordert. „Wir können das“, spricht er der Mannschaft sein Vertrauen aus.

Zweimal 1:2

Beim Tabellenführer aus dem Lavanttal sieht man den kommenden Spielen gegen Altach und die Austria mit etwas gemischten Gefühlen entgegen. Dabei hat man seit dem 4. März 2011 (1:2 gegen den FC Lustenau) nur ein Heimspiel (16. März, 1:2 gegen Austria Lustenau) verloren und ist gegen Altach in sieben Spielen nur ein Mal als Verlierer vom Platz gegangen. Allerdings sind gleich sieben Spieler von einer Gelb-Sperre bedroht. Trainer Nenad Bjelica will jedoch von fehlender Aggressivität heute gegen Altach nichts wissen. „Egal was es kostet, uns interessieren im Moment nur die drei Punkte gegen Altach.“

 

De Oliveira: Die Rückkehr in den Profi-Fußball

Sidinei De Oliveira ist im Heimspiel gegen Hartberg erstmals wieder im Austria-Kader dabei. Am 4. Mai 2010 begann nach einem Schien- und Wadenbeinbruch die große Leidensgeschichte des Sidinei De Oliveira. Nach einem Zusammenstoß mit einem eigenen Mitspieler ist damals für den 27-Jährigen eine Welt zusammengebrochen. Zahlreiche Operationen, dazu etliche Komplikationen setzten den einst brillanten Techniker schlussendlich mehrere Monate außer Gefecht. In dieser Zeit spielte er oft mit dem Gedanken, nie wieder Fußball spielen zu können. Heute, rund zwei Jahre später, hat De Oliveira den Kampf gegen seine Verletzung gewonnen und kehrt im Heimspiel gegen Schlusslicht Hartberg ins Reichshofstadion zurück. „Auf diesen Tag habe ich lange gewartet“, ist der offensive Mittelfeldspieler überglücklich. Jetzt will er seine Chance nützen, die ihm der Verein, der Trainer und auch seine Mitspieler ermöglicht haben.

Wichtige Unterstützung

„Der Junge hat eine schwere Zeit hinter sich. Er hat sich im Training richtig reingekniet und sich eine Chance mehr als verdient“, meint Austria-Trainer Helgi Kolvidsson. Und der Isländer schwärmt, wenn er vom Typen De Oli­veira sowie dessen Einstellung spricht. „Ich wünsche ihm, dass er zu alter Stärke zurückfindet.“ Davon ist Sidinei schon längst überzeugt – sein Motto lautet: „Wenn jemand etwas wirklich will, wird er es auch schaffen.“ Spielpraxis hat sich De Oliveira bei den Amateuren geholt. Nach vier Spielen über 90 Minuten fühlt er sich fit und brennt nun auf einen Einsatz bei den Profis. Mut macht er auch all jenen Spielern, die eine ähnlich schwere Verletzung erlitten haben. „Ich hatte beim Training oft Schmerzen und wollte öfters alles hinschmeißen. Meine Frau Cindy und mein Mental-Coach haben mich aber immer wieder motiviert. Dadurch konnte ich oft Grenzen überschreiten, die ich vor meiner Verletzung nie überschritten hätte.“

Meistertitel noch möglich

Seiner Austria traut De Oli­veira, der im Mai die österreichische Staatsbürgerschaft erhält und zum ersten Mal Vater wird, durchaus den Aufstieg noch zu. „Wir haben einen sehr starken Kader. Die Niederlage gegen die Vienna ist vielleicht zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Mit einem guten Lauf ist alles möglich“, meint er. Diese Serie soll heute gegen Hartberg gestartet werden. „Wir gehen als klarer Favorit in dieses Spiel. Das macht es für uns nicht leichter. Aber wir haben genug Qualität, um Hartberg zu bezwingen.“ Austria-Trainer Kolvidsson muss auf den gesperrten Sascha Boller verzichten. Die Rückkehr von Jürgen Kampel ist ebenfalls noch fraglich. Dafür ist Danilo Soares wieder fit. Auch Peter Pöllhuber kehrt nach seiner Gelbsperre wieder zurück. Welche Startelf der Isländer aufs Feld schicken wird, wollte er noch nicht verraten. „Heute treffen zwei Teams aufeinander, die beide siegen müssen“, weiß Kolvidsson.

 

Auf zum nächsten Endspiel

Der FC Lustenau gastiert beim SV Grödig und benötigt dringend Punkte. Von einem Endspiel in Grödig will FCL-Coach Damir Canadi zwar noch nicht sprechen, aber der 41-jährige Wiener weiß, dass sein Team unbedingt Zähler braucht. Um das große Saisonziel, Platz acht, nicht aus den Augen zu verlieren. „Es sind noch 15 Punkte zu vergeben. Wir sind im Moment einen Zähler hinter der Vienna. Das bedeutet, dass wir in Grödig punkten wollen“, so Canadi. Er erwartet ein schweres Spiel gegen ein kompaktes Team. „Wir haben eine gute Trainingswoche hinter uns. Die Mannschaft ist intakt und hat im Frühjahr bewiesen, dass sie gegen jeden Gegner bestehen kann. Das stimmt mich sehr positiv.“

Umstellungen nötig

Eine kombinierte Raum- und Manndeckung soll die zuletzt erhaltenen Gegentore nach Standardsituationen verhindern. „Das darf uns nicht wieder passieren“, hofft Canadi auf Besserung. In Grödig wird es zu einigen Umstellungen im FCL-Team kommen. Andrej Lebedev und Daniel Haselberger sind gesperrt. Auch Julian Rupp ist nicht dabei, da der Youngster bei den Amateuren ausgeschlossen wurde. Dennis Mimm wird die Abwehr verstärken, Enes Novinic kehrt in die Stammformation zurück.

(VN/Dieter Alge/Christian Adam)

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