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"Es gibt einen Anfangsverdacht"

Die Staatsanwaltschaft Köln hat nach der Einvernahme von Reiner Calmund einen "Anfangsverdacht" gegen den ehemaligen Manager des deutschen Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen.

Die Behörden untersuchen, ob die Zahlung von 580.000 Euro von Calmund an einen Spielervermittler zum “Kauf” eines Spieles benutzt wurde. In der Saison 2002/03 war die Bayer-Elf abstiegsbedroht, konnte sich aber durch eine Siegesserie in der Bundesliga halten. “Es sind komplizierte Vorgänge, aber noch ist vieles Spekulation”, sagte Günther Feld, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Gegen Calmund wird wegen des Verdachts der Untreue nach ungeklärten Bargeldzahlungen von 580.000 Euro an einen Spielervermittler ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Hinweise, dass dieses Geld für die Manipulation von mindestens einem Bundesligaspiel verwendet worden sein könnte. Calmund hatte angegeben, den Betrag für den Kauf von Spieleroptionen gezahlt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gibt es aber ernst zu nehmende Hinweise, dass es in der Saison 2002/03, in der Bayer in der deutschen Bundesliga um den Klassenverbleib bangen musste, zu Manipulationen gekommen sein könnte. “Da geht es über ein Gerücht hinaus, es gibt einen Anfangsverdacht”, so Feld. Keine Manipulationen gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei der Partie der Leverkusener gegen Arminia Bielefeld. “Das hat sich als Gerücht herausgestellt”, erklärte Feld. Calmund, der mit seinem Anwalt Stefan Seitz zur Vernehmung gekommen war, wies alle Manipulationsvorwürfe zurück.

Verdächtige Spiele
Die “Süddeutsche Zeitung” hatte in der Samstag-Ausgabe berichtet, es gebe Hinweise, dass eine oder mehrere Bundesliga-Partien in der Saison 2002/2003 manipuliert worden sein könnten, an denen die damals abstiegsbedrohten Leverkusener beteiligt waren.

Aufgekommen war der Manipulationsverdacht im Zuge der Ermittlungen gegen Calmund, der wegen ungeklärter Bargeldzahlungen aus der Klubkasse von 580.000 Euro an den Spielervermittler Volker Graul ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten war. Belastet wird Calmund angeblich durch einen Brief des Bayer-Anwalts Walther Graf, den dieser nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” am 9. März an die Staatsanwaltschaft geschickt hat. In dem zwölfseitigen Schreiben heißt es unter anderem, dass Spielervermittler Graul nach Angaben von Calmund angeboten habe, für Leverkusen “etwas machen zu können”. Er habe für diese Hilfe jene 580.000 Euro verlangt, von denen er 500.000 an drei Spieler von 1860 München auszahlen und den Rest habe behalten wollen. Nach dem mit 3:0 gewonnenen Spiel soll Calmund die Auszahlung des Betrages an Graul veranlasst haben, so Bayer-Anwalt Graf laut “Spiegel”. Oberstaatsanwalt Feld bestätigte die Existenz dieses Schreibens: “Ich kenne das Papier, es liegt uns vor.”

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