Erwartungsinventar über Verkehrsfragen erstellt

Weiler. Fachleute, Politiker und Bürger führten im Rahmen des "Weiler Dialogs" eine längst fällige Diskussion darüber, wie man mit den Herausforderungen, die der Individualverkehr mit sich bringt, am besten umgehen kann. Bilderserie

Im Montfortsaal fand am vergangenen Donnerstag auf Einladung der Gemeinde ein Dialog mit Bürgern statt, bei dem über die mögliche Gestaltung der Straßennutzung ein Erwartungsinventar erstellt wurde.

Das Ingenieurunternehmen Besch und Partner präsentierte ein durchdachtes Konzept, in dem vor allem auf beruhigende Maßnahmen im Ortskern und auf die Reduktion von reglementierenden Verkehrstafeln Wert gelegt wird. Alle Verkehrsteilnehmer sollen gleichberechtigt am Verkehrsgeschehen teilnehmen können. Durch das Weglassen von Fußgängerübergängen und das Vermeiden von Senkrecht- und Schrägparken sollen die motorisierten Verkehrsteilnehmer zu einer rücksichtsvollen Nutzung des Verkehrsraumes im Ortskern animiert werden. Mit einer Temporeduktion auf 30 km/h kann erreicht werden, dass mit Aufmerksamkeit und Blickkontakt die Straße sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad überall genutzt und überquert werden kann. Erfolgreiche Modelle mit ähnlichem Konzept aus dem Kanton Bern wurden vorgestellt. Der Durchzugsverkehr soll hauptsächlich über die Autobahn am Weiler Ortsrand vorbeigeführt werden und so das Verkehrsaufkommen beruhigt und entlastet werden.

An mehreren Stellwänden fanden angeregte Diskussionen zu den Themen L50, öffentlicher Personennahverkehr und Radfahren statt, und Bürgermeisterin Mechtild Bawart stellte in Aussicht, die konstruktiven Vorschläge der Bürger in ein überarbeitetes Konzept einzuarbeiten und das Ergebnis dann in einer weiteren Veranstaltung zu präsentieren. „Bürgerbeteiligung soll nicht nur ein Schlagwort sein“, so Bawart.
Besonderen Stellenwert erhielten beim Weiler Dialog die Fahrradfahrer, denen ein ausführlicher Schwerpunkt durch die Ausführungen von Frau Elke Schimmel gewidmet war.

Mehrere Varianten, das gesamte Vorderland per Fahrrad sicher und bequem zu erreichen, wurden vorgestellt, und dabei wurde besonders auf die Anschlussmöglichkeiten zu öffentlichen Verkehrsmitteln und die Erreichbarkeit von Schulen und Ämtern Bedacht genommen. Nach holländischem Vorbild sollen durch gute Markierungen Verkehrsrouten geschaffen werden, bei denen Fahrradfahrer gefahrloser passieren können und auf speziellen Routen durch das Vorderland sogar gegenüber den Autos im Vorrang sind.

Vermehrt sollen Ampeln regeln, ob Fahrradfahrer in den Fließverkehr einbiegen können,. Außerdem sollen die Kommunen angeregt werden, bei öffentlichen Gebäuden genügend gesicherte Stellplätze zu schaffen und das Netz von überdachten Abstellplätzen und Fahrradboxen auszubauen.

Die Anbindung von Weiler an das öffentliche Verkehrsnetz war ein weiterer Schwerpunkt dieser Veranstaltung und der Ausbau des Taktfahrplanes wurde ins Visier genommen. Ziel ist es, das Fahren mit Bus und Bahn so attraktiv wie möglich zu gestalten. Bürger schlugen vehement vor, endlich auch in Weiler überdachte Buswartehäuschen anzulegen. Die Situierung von Bushaltestellen war Thema, ebenso die Erschließung von Siedlungsrandgebieten und Industriegebieten durch Busse.

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