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Erwachsene zum PISA-Test geladen

Schwarzach (VN) -  Rund 250 Vorarlberger bekommen demnächst Besuch. Sie sollen Fragen beantworten, die ihnen im normalen Alltag auch begegnen. Einfache Rechnungen lösen, Beipackzettel lesen oder im Internet recherchieren. Die Probanden wurden per Zufalls­prinzip für den „PISA-Test für Erwachsene“ ausgewählt.
PISA-Beispielaufgaben

Geprüft werden nun jene, die ihre Schulzeit schon hinter sich haben. PIAAC heißt die neue Studie, die gerade weltweit von der OECD durchgeführt wird und die Alltagsfähigkeiten von Erwachsenen auf die Probe stellt. Seit Anfang August, und noch bis ins Frühjahr 2012, müssen die Testpersonen ihre Lesefähigkeit, ihre Problemlösungskompetenz oder ihr Matheverständnis unter Beweis stellen. Ein Interviewer kommt samt Laptop zu ihnen nach Hause. Klassische Wissensfragen werden nicht gestellt.

„Die Inhalte sind natürlich unterschiedlich, aber die Kompetenzen, die ermittelt werden, sind ähnlich wie beim PISA-Test“, sagt Projektleiter Markus Bönisch von der Statistik Austria, die in Österreich für die Umsetzung zuständig ist. Nicht jeder bekommt aber die gleichen Aufgaben: Die Fragen passen sich dem Niveau der Testperson an. Wer also schon an einfachen Fragen zu Beginn scheitert, bekommt die schwierigeren Aufgaben erst gar nicht zu Gesicht.

150.000 Personen weltweit

Eineinhalb Stunden lang dauert die persönliche Befragung. Österreichweit nehmen 5000 Personen an dem Test teil, weltweit sind es 150.000. Aus Russland, Schweden, Zypern, Frankreich oder Korea. „In Österreich haben wir sie nach dem Zufallsprinzip aus dem Zentralen Melderegister gezogen“, erklärt Bönisch. Die Ausgewählten wurden bereits verständigt. Der Test ist anonym. Eine persönliche Auswertung für die Befragten gibt es nicht. „Manche hätten gerne die Ergebnisse, andere wollen es überhaupt nicht wissen“, sagt Bönisch und lacht.

Wer für den Test ausgewählt wurde, darf sich aber über etwas anderes freuen: einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro. Die Studie wird zum ersten Mal in dieser Größenordnung durchgeführt. „Es gab schon Vorgängerstudien, aber nicht in Österreich“, erzählt der Projektleiter. PIAAC soll grundlegende Informationen über die Fähigkeiten von Erwachsenen im beruflichen und privaten Alltag bringen. Und somit auch Informationen darüber, wie leistungsfähig das Bildungs- und Ausbildungssystem ist.

PISA-Ranking erst 2013

Ausgewertet werden die Antworten nach einem Punktesystem. Erste Ergebnisse wird es im Herbst 2013 geben. Samt Länderranking. Dann wird sich zeigen, wie gut oder schlecht die Österreicher im Vergleich mit den 24 anderen teilnehmenden Ländern dastehen. Die PISA-Ergebnisse brachten im Vorjahr erneut Ernüchterung: Beim Lesen landete Österreich auf dem viertletzten Platz.

Die Fakten: PIAAC

5000 Österreicher zwischen 16 und 65 Jahren lösen im Rahmen der PIAAC-Studie („Programme for the International Assessment of Adult Competencies“) Aufgaben.

25 Länder nehmen an der Studie teil.

4 Arten von Kompetenzen werden gemessen: Lesekompetenz, alltagsmathematische Kompetenz, Problemlösen unter Anwendung von Informationstechnologien und grundlegende Lesekomponenten.

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