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"Erwachsene stecken Kinder an - nicht umgekehrt"

Schon bald könnte die Corona-Impfung auch für Kinder möglich sein - Dr. Burkhard Simma sprach in "Vorarlberg LIVE" über Corona bei Kindern und Jugendlichen.

Biontech/Pfizer hat am Freitag bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für den Einsatz des Impfstoffs bei Zwölf- bis 15-Jährigen. Für Dr. Burkhard Simma, Primar der Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Feldkirch, ist der Antrag von Biontech/Pfizer ein "Riesenfortschritt", wie er in "Vorarlberg LIVE" sagt.

Impfungen seien ein Kerngebiet in der Kinder- und Jugendheilkunde. Mit der frühzeitigen Impfung habe man viele Krankheiten ausrotten und damit ältere Mitbürger schützen können. Bei Medikamenten sehe die Lage aber anders aus. "Kinder haben keine gute Lobby, die Fallzahlen sind zu gering." Simma sagt, dass fast alle Medikamente, die Neugeborenen verabreicht werden, keine Zulassung haben - bei Frühgeburten sei die Situation noch dramatischer. Man biete den Pharmaunternehmen mittlerweile schon Patentverlängerungen an, wenn sie auch Studien für den Einsatz an Kindern durchführen.

"Kinder haben ein Risiko"

In Vorarlberg seien während der Pandemie 60 Kinder stationär behandelt worden, keines davon auf der Intensivstation. Generell würden Kinder und Jugendliche mildere Verläufe - unabhängig von der Variante - durchleben. Entgegen vieler Spekulationen würden sich die Kinder aber nicht untereinander anstecken und das Virus dann nach Hause tragen. "Erwachsene stecken die Kinder an, nicht umgekehrt", so Simma. Deshalb gebe es auch Nachholbedarf bei den Impfungen für Pädagogen, dort liegt die Durchimpfungsrate derzeit bei nur 50 Prozent. "So hat man keine Herdenimmunität und die Kinder haben ein Risiko."

Während bei Erwachsenen über Long Covid gesprochen wird, wurden bei Kindern vermehrt PIMS-Fälle verzeichnet. Dabei handelt es sich um eine Entzündungsreaktion der Organe, welches oft erst Wochen nach einer Covid-Infektion auftritt. In Vorarlberg wurden sechs Kinder mit PIMS behandelt. Simma rät die Kinder bei Symptomen sofort zu testen, dazu zählen Fieber, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Atemprobleme und Kopfschmerzen - etwa zehn Prozent leiden auch an Durchfall.

Neben Dr. Burhard Simma war auch Landeshauptmann Markus Wallner zu Gast in "Vorarlberg LIVE".

(VOL.AT)

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