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Erstmals wieder Störche im Rheindelta

Hard, Lustenau, Hörbranz, Dornbirn - Noch nie seit dem vorletzten Jahrhundert war der Weißstorch­bestand in Vorarlberg sowie im Alpenrheintal so hoch wie im aktuellen Jahr 2008. |  

Erstmals seit über hundert Jahren brüten wieder ziehende Störche im Rheindelta. Und das erste Mal seit Menschengedenken auch ein Paar in Hörbranz im Leiblachtal.

Dank jahrzehntelanger Bemühungen des „Rheintaler Storchenvaters“ Reto Zingg haben sich die Lebensbedingungen für die Vögel, der auch in Vorarlberg immer noch als Glücksbringer gilt, wesentlich verbessert. Intakte Feuchtwiesen mit offenen Wasserflächen fördern den Storchenbestand. Insgesamt acht Storchenpaare brüteten in diesem Frühjahr in der Talebene des Vorarlbergs und im Leiblachtal. Jetzt betreuen die Störche ihre Jungen. Laut Reto Zingg dürften es um die 25 Jungvögel sein. Die genaue Zahl sei noch nicht bekannt, weil ein Teil der Jungvögel noch klein sei und in den Nestern deshalb noch nicht in Erscheinung treten würde. Neben in Höchst und in Hörbranz gibt es Brutstörche auch auf den Gemeindegebieten von Hard, Lustenau und Dornbirn.

Besonders erfreulich ist die Besiedlung des Rheindeltas durch zwei Storchenpaare, die auf Masten brüten, die in diesem Winter aufgestellt worden sind. 1889 hat es in Höchst und in Fussach zuletzt Störche gegeben, so Reto Zingg. Im letzten Jahrhundert sei es nur zwischen den Jahren 1989 und 1991 zu drei erfolglosen Brutversuchen von Projektstörchen gekommen, die aus Mörschwil SG stammten.

Die Zunahme der Störche im Alpenrheintal war nur möglich, weil wichtige Feuchtwiesen in den letzten Jahrzehnten erhalten werden konnten. Nur sank dank trockenen Jahren- wohl im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung- in zahlreichen Wiesen der Grundwasserspiegel, was zu einer Austrocknung der Feuchtwiesen führte.

Im Rheindelta könnten noch mehr Weisstorchpaare leben, wenn die Feuchtgebiete einen höheren Grundwasserspiegel aufweisen würden. Zudem seien aber zusätzliche offene Seichtwasserflächen notwendig. Eine ökologische Aufwertung, die zu mehr Wasser in den Naturschutzgebieten führt, würde nicht nur das Nahrungsangebot der Störche erhöhen, sondern auch neuen Lebensraum für zahlreiche, auf Wasser angewiesene Lebewesen schaffen, so Zingg.

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