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Erstmals Filmwoche im Vorfeld der Bregenzer Festspiele

Bregenz -   Passend zum diesjährigen Motto "In der Fremde" und dem Mieczyslaw Weinberg-Schwerpunkt kooperieren die Bregenzer Festspiele heuer erstmals für eine Filmwoche mit dem Filmforum Bregenz und dem Jüdischen Museum Hohenems.
Von 23. bis 27. Juni laufen unter dem Motto “Passagiere zwischen Vergangenheit und Gegenwart” fünf Filme, die sich wie die Weinberg-Oper “Die Passagierin” mit der Verarbeitung des Holocaust beschäftigen. Festspielintendant David Pountney, Museumsdirektor Hanno Loewy und Klaus Amann vom Filmforum stellten das Projekt am Freitag bei einem Pressegespräch im Metrokino Bregenz vor.

Eröffnungsfilm am 23. Juni (20.00 Uhr) ist das 1963 erschienene Filmfragment “Die Passagierin” von Andrzej Munk nach dem Buch der polnischen Autorin Zofia Posmysz. Auf einem Schiff auf dem Atlantik begegnet die ehemalige KZ-Aufseherin Lisa der Passagierin Martha, die sie als Häftling gequält hat. Auf dieser Erzählung basiert auch die Oper Weinbergs, die am 21. Juli in Bregenz ihre szenische Uraufführung feiert.

“Das Ende unserer Welt” folgt am 24. Juni (20.00 Uhr) und erzählt die Geschichte des polnischen KZ-Überlebenden Henryk, der zwei amerikanische Touristen durch das Museum Auschwitz führt. Der russische Welterfolg “Die Kraniche ziehen” wird am 25. Juni (22.00 Uhr) gezeigt. Weinberg schrieb dazu die Filmmusik. Mit Kompositionen für Filme, insgesamt für mehr als 20, hielt er sich als Exilant und mehrfacher Flüchtling in der Sowjetunion über Wasser.

Istvan Szabos zweiter Spielfilm “Vater” dreht sich um die Dekonstruktion des Mythos um einen heldenhaften Vater, er ist für den 26. Juni (22.00 Uhr) programmiert. Der tschechoslowakische Film “Transport aus dem Paradies” aus dem Jahr 1962 beschließt die Filmwoche am 27. Juni (10.00 Uhr). Er erzählt vom Leben im Ghetto Theresienstadt, der Instrumentalisierung der Insassen durch die NS-Propaganda und der Rolle des Judenrats. Vor den Aufführungen wird es alternierend Einführungsgespräche mit Loewy und Pountney geben.

“Die kleine Festwoche könnte eine schöne Vorbereitung auf das Festspielprogramm sein”, so Pountney. Man hoffe, mit der Filmwoche noch mehr von dem breiten Repertoire Weinbergs in die diesjährige Retrospektive zu dem polnisch-russischen Künstler einbringen zu können. Museumsleiter Loewy war nach eigenen Angaben “elektrisiert” vom Weinberg-Schwerpunkt der Festspiele. Die Filme der 1960er-Jahre aus Osteuropa seien vielfach die spannendsten zum Thema Holocaust und verdeutlichten erstmals die ganze Dimension der Katastrophe. Der Streit um die Wahrheit, um Versionen, habe damals begonnen, angestoßen von den NS-Verbrecher-Prozessen. “Etwas Besonderes, das man nicht jeden Tag sieht”, versprach Kurator Amann, der sich mit viel Aufwand um die originalen Archivkopien der wertvollen Filme bemüht.

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