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Erster Video-Raser ist fällig

Bregenz, Raggal - Der Verkehrspolizei ist es nun nach den "VN" exklusiv vorliegenden Informationen gelungen, den ersten der zuletzt im Internet aufgetauchten Video-Raser auszuforschen. Die Raser-Videos

Die Polizei verdächtigt einen 30-jährigen Mann aus dem Bezirk Bludenz. Er soll die halsbrecherische Fahrt mit seiner Suzuki GSX-R750 im Sommer 2006 aufgenommen haben. Der Verdächtige selbst streitet das ab. „Ausschlaggebend für diese Wahnsinnsfahrt war eine Wette mit Kollegen“, schildern Ermittler. Es ging offensichtlich darum, wie schnell die Strecke zurückzulegen ist.

Nachweis schwierig

Eine konkrete Gefährdung könne dem Mann allerdings nicht nachgewiesen werden, heißt es aus Polizeikreisen. Deshalb sei eine Strafverfolgung genauso wie eine Ahndung per Verwaltungsstrafe nicht möglich. „Das ist verjährt“, sagen Polizisten. Ungeschoren kommt der Raser dennoch nicht davon. Die Polizei wird einen Bericht an die zuständige Bezirkshauptmannschaft Bludenz schicken. Die Behörde muss dann prüfen, ob der Lenker laut Führerscheingesetz überhaupt als „verkehrszuverlässig“ gilt. Will heißen: Fällt der Mann beim nun fälligen verkehrspsychologischen Gutachten – dem „Idiotentest“ – durch, wird ihm der Führerschein entzogen.

Am Donnerstagabend bestätigte schließlich Verkehrspolizei-Chef Gerhard Ellensohn auf „VN“-Anfrage: „Wir ermitteln in drei Video-Raser-Fällen. Richtig ist, dass der Fall des Motorradfahrers aus dem Bezirk Bludenz abgeschlossen werden konnte.“ Wie die Beamten dem Raser auf die Spur kamen, will die Polizei nicht verraten: „Es gingen viele Hinweise aus der Bevölkerung ein, aber auch andere polizeiliche Erkenntnisse spielten eine große Rolle.“

Nun folgt Wälder Raser

Noch ungeklärt ist, wer mit angeblich 300 km/h durch den Bregenzerwald fuhr – und wer jener Lenker ist, der zwischen Nenzing und Bludenz den Gashahn aufdrehte. Ellensohn zu den „VN“: „Diese Fälle hoffen wir in den nächsten drei Wochen abschließen zu können.“ Dem Bregenzerwälder Raser jedenfalls ist die Polizei auf den Fersen. Der Kreis der Verdächtigen sei klein, „aber das nutzt nichts – wir wollen die Angelegenheit klipp und klar beweisen können.“

Fraglich ist, ob es gelingt, dem Wälder Raser eine konkrete Gefährdung von Personen nachzuweisen. Ansonsten droht auch ihm in jedem Fall eine verkehrspsychologische Untersuchung.

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