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Erregendes Spiel auf dem Geldteppich

Stück über das Erwachsenwerden von Parzival
Stück über das Erwachsenwerden von Parzival ©anja koehler | andereart.de
Die Uraufführung von "Geld, Parzival" aus der Feder von Joël László am Sonntagabend in Bregenz ist bunt, schillernd, etwas frivol und zynisch. Dem Publikum gefiel's.
"Geld, Parzival" in Bregenz
NEU

9.000 Schweizer Franken in 5-Rappen-Stücken - auf der ganzen Bühne verteilt. Das Klimpern der "Münzen" bildet in gewisser Weise den Grundton von Olivier Kellers Inszenierung.

Ursprünglich hätte das mit dem Theater Marie koproduzierte Werk im Frühjahr in Bregenz gezeigt werden sollen, nach der Verschiebung war dann das Theater in Baden für die Uraufführung vorgesehen - dem Umstand, dass die Renovierung am dortigen Hause nicht fertig wurde, verdankt Bregenz schlussendlich dann doch die Ehre dieser Uraufführung. Und die Inszenierung von Oliver Keller ist ein wunderbarer Farbklecks im Programm des Vorarlberger Landestheaters.

Lebensphasen in unterschiedlichen Körpern

Wir sind quasi dabei, wenn Parzival gezeugt wird und sehen ihm beim Erwachsenwerden zu. Er wandert dabei durch die Welt des Geldes - stellvertretend für die Gralssuche. Parzival stellt seltsame, kindliche Fragen. Er steht staunend vor all dem Neuem, das ihm begegnet - mit all seinen Verlockungen und sexuellen Reizen. Noch bevor das Stück beginnt, wird der Blick der Kinder auf die Welt des Geldes vorweggenommen. Ein Video läuft im Hintergrund, in dem Kinder zum Thema Geld Statements abgeben. Je länger das Stück dauert, umso klarer wird Parzival, dass Geld für ihn kein Heil bringt - die Welt wird dadurch eher kälter.

Parzival durchlebt seine Lebensphasen quasi auch in unterschiedlichen Körpern. In diese Rolle schlüpfen Jessica Cuna, Grégoire Gros, Lina Hoppe, Ingo Ospelt, Suly Röthlisberger und Andri Schenardi. Diesen Wechseln zu folgen ist kein Problem, denn die Figur trägt immer die gleiche Kleidung und einen aufgesteckten Penis. Verantwortlich für die Garderobe zeichnet Tatjana Kautsch. Manche tragen Mäusemasken, andere viel Bling-Bling. Das Bild ist bunt und schillernd. Wir sehen Parzivals Umwelt auch aus der Sicht des erwähnten künstlichen Gliedes, in dem eine Kamera eingebaut ist. Die Bilder werden auf eine Leinwand im Hintergrund übertragen.

Flüssig erzähltes Stück

Die bereits genannten Schauspieler schlüpfen in verschiedene weitere Rollen. Dank einer souveränen Ensemble-Leistung wird das Stück in den 110 Minuten flüssig erzählt. Noch gesondert ist Sandra Utzinger zu erwähnen. Sie spielt den Erzähler Koyote auf Metall-Stelzen und treibt die Geschichte gut voran. Neben dem Klimpern des Geldes sorgt Daniel Steiner am Schlagzeug für guten Sound.

Theater Marie aus dem Kanton Aargau ist ein Tourneetheater mit einem großen Pool freischaffender Theatermenschen. Intendantin Stepahnie Gräve zeigte sich sichtlich erfreut, dass die Kooperation mit dieser Gruppe zustande gekommen ist. Das Publikum war möglicherweise noch nicht restlos überzeugt, die Corona-bedingte reduzierte Zuschauerschaft quittierte die Premiere aber durchaus mit anerkennendem Applaus.

Nach den Vorstellungen in Bregenz ist die Produktion noch diesen Herbst im Kurtheater Baden/CH zu sehen, im Mai 2021 in der Bühne Aarau/CH und im September 2021 im Tojo Theater Reitschule Bern/CH.

(APA)

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