Erneut Unruhen in Pariser Vororten

In der Region Paris gärt es weiter. In Clichy-sous-Bois im Département Seine-Saint-Denis wurden am Dienstagabend drei Autos, darunter ein Polizeifahrzeug, in Brand gesteckt. 

Im benachbarten Montfermeil wurde zudem eine Polizeipatrouille mit Steinen beworfen. In beiden Städten gab es jeweils eine Festnahme.

Kurz vor Mitternacht sahen Augenzeugen wie vier Polizisten einem brennendem Polizeifahrzeug entstiegen waren. Ein mit einem Suchscheinwerfer ausgestatteter Hubschrauber überflog die beiden Pariser Vorstädte.

Dort hatte es bereits am Montagabend Ausschreitungen gegeben. Vermummte und teils mit Baseballschlägern bewaffnete Jugendliche hatten das Haus des Bürgermeisters in Montfermeil mit Steinen beworfen. Der Bürgermeister hatte Anfang April per Erlass Treffen von mehr als drei Jugendlichen im Stadtzentrum untersagt. Anfang Mai hatte ein Gericht die Verordnung ausgesetzt.

Das Haus des Stadtoberhaupts war bereits Ende April Ziel von Angriffen gewesen. Er und seine Familie stehen seitdem unter Polizeischutz.

In der Nacht zum Dienstag kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Jugendlichen auch in Clichy-sous-Bois. Dort hatten die Jugendunruhen im vergangenen Herbst begonnen, nachdem zwei von Polizisten verfolgte Jugendliche in einem Stromtransformator gestorben waren.

Seine-Saint-Denis war Ende Oktober Ausgangspunkt der Unruhen, die dann auf die durch hohe Jugendarbeitslosigkeit und einen starken Einwanderanteil geprägten Vorstädte im ganzen Land übergriffen. Rund 10.000 Autos wurden bei den dreiwöchigen Krawallen in Brand gesetzt, 300 öffentliche und private Gebäude zerstört. Die Regierung verhängte erstmals seit Jahrzehnten den Ausnahmezustand, indem sie auf ein entsprechendes Gesetz aus der Zeit des Algerienkriegs zurückgriff.

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