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Ermittlungen gegen McLaren

Der Doppelsieg der beiden McLaren-Mercedes von Fernando Alonso und Lewis Hamilton im klassischen Formel-1-Grand-Prix von Monaco hat ein Nachspiel. Die FIA ermittelt wegen möglicher Stallregie.

Der Automobil-Weltverband FIA hat am Montag nach dem Rennen eine Untersuchung gegen McLaren eingeleitet. Es besteht der Verdacht einer Stallorder zu Gunsten von Alonso, die in der Königsklasse des Motorsports allerdings streng verboten ist. McLaren-Mercedes hat gelassen auf die angekündigten FIA-Ermittlungen reagiert. “Wir sind völlig entspannt. Alle unsere Entscheidungen vor und während des Rennens stehen in völliger Übereinstimmung mit dem internationalen Sport-Code”, hieß es in einer Aussendung des Teams.

Die FIA äußerte in ihrem offiziellen Statement den Verdacht “des möglichen Bruches des Internationalen Sporting Codes”. Hamilton war mehrmals sehr knapp hinter Weltmeister Alonso aufgetaucht. Das Team gestand zwar, dass der sensationelle Formel-1-Debütant Hamilton in der Schlussphase dazu angehalten worden war, nicht mehr zu überholen, um auf dem engen Stadtkurs keinen Doppelausfall zu riskieren.

Allerdings besteht auch der Verdacht, dass Hamilton mit einem vorgezogenen Boxenstopp künstlich gebremst worden war. McLaren-Teamchef Ron Dennis argumentierte den Boxenstopp des 22-jährigen Engländers, der in allen seinen fünf bisherigen Grand Prix auf das Podest gefahren ist, in der 53. Runde damit, dass man nach dem Ausfall des Spyker-Piloten Adrian Sutil eine Safety-Car-Phase befürchtet hatte. “Wir haben keine Stallorder, nur eine Strategie, um das Rennen zu gewinnen. Wenn das Safety Car tatsächlich auf die Strecke gegangen wäre, hätte Lewis gewonnen”, versicherte Dennis. Doch das Sicherheits-Auto blieb in der Box und Hamilton war um seine Chance gebracht, seinen berühmten Teamkollegen bei den Boxenstopps zu überholen, indem er länger auf der Strecke bleibt. “Ich habe die Nummer zwei am Auto. Ich bin die Nummer zwei”, erklärte Hamilton leicht resignativ.

Die FIA hatte Stallorder nach der Saison 2002 offiziell verboten. Anstoß war die umstrittene Taktik von Ferrari beim Grand Prix von Österreich in Spielberg, als Rubens Barrichello nach überlegenem Rennen seinem Teamkollegen Michael Schumacher auf der Zielgeraden den Vortritt lassen musste.

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