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Eric Clapton brachte mit "Cocaine" Wiener Stadthalle zum Toben

Eric Clapton live: Ein Abend mit zunächst langsamer Enthusiasmus-Steigerungskurve in der Stadthalle
Eric Clapton live: Ein Abend mit zunächst langsamer Enthusiasmus-Steigerungskurve in der Stadthalle ©APA/GEORG HOCHMUTH
Im Zuge seiner World Tour 2019 machte Ausnahmemusiker Eric Clapton am Donnerstagabend in der Wiener Stadthalle Station. Das Ergebnis: Ein Abend wie ein zu gemächlich angegangenes Gitarrensolo, das zuletzt doch mitreißt.
Beim Eric Clapton-Konzert
Konzert-Highlights im Juni

Der 74-jährige Brite, von den Fans längst als "Gitarrengott" geadelt, benötigte bis zum Finale, um die 11.000 Fans schlussendlich mit Songs wie "Tearing Us Apart", "Crossroads" und "Cocaine" von den Sesseln zu reißen.

"Slowhand" an der Stromgitarre

Der britische Superstar - Nickname aus noch aus Yardbirds-Zeiten: "Slowhand" - startete zwar mit Stromgitarre, aber schon der zweite Song nach "Pretending" war eher enttäuschend: das legendäre "Key To The Highway", in der Version von Derek and the Dominos eine fast zehnminütige Gitarrensolo-Schlacht von Clapton und Duane Allman, schrumpfte auf die Hälfte, dafür mit zu hohem Tempo. Trotz überzeugender Musik vermochte auch Muddy Waters' "Hoochie Coochie Man" gleich danach auch nicht zu begeistern - Eric Clapton ist eben kein afroamerikanischer Blues Shouter, und damit fehlte dem Song die Essenz.

Highlights und Downer beim Eric Clapton-Konzert

Nach "I Shot the Sheriff" folgte ein Akustik-Set mit dem sehr intensiven "Driftin' Blues" zum Start. Doch "Tears in Heaven" - das zarte Lied über Claptons aus einem Hochhausfenster in den Tod gestürzten Sohn Conor - im Reggae-Stil war ziemlich befremdend. Dann kam die mittlerweile zu Berühmtheit gelangte Unplugged-Version von "Layla", an der sich schon seit Jahren die Geister der Fans scheiden: Der Song klingt eigentlich eh ganz nett, aber es fehlt eben doch das klassische Riff der E-Gitarre - und natürlich auch der wunderschöne und sehr lange Piano-Ausklang des Originals.

Nach dem wunderbar souligen "Running On Faith" hängte der Bluesrock-Star endlich wieder die Stromgitarre um - und plötzlich war alles wie verwandelt: "Tearing Us Apart" fetzte Clapton samt seiner famosen Band mitreißend in die Menge, ganz großes Blues-Gitarren-Solo-Kino bot dann "Crossroads". Endlich legte sich der Meister mit Herzblut in die Saiten und ließ die Stratocaster röhren. Zuvor hatte er eigentlich allzu oft seinem zweiten Gitarristen Doyle Bramhall II und Keyboarder Chris Stainton den Vortritt beim Solieren gelassen; beide tolle Musiker, sicher - aber die Fans waren wegen Mr. Clapton himself gekommen.

"Cocaine" brachte Wiener Stadthalle zum Toben

Aber es ist sich ja eh noch ausgegangen: "Little Queen Of Spades" kam als eindringlicher Slow Blues-Hadern daher, ehe Eric Clapton das ultimative musikalische "Marschierpulver" einsetzte: "Cocaine" riss das gesamte Parkett in der Stadthalle in der Sekunde von den Sesseln. Jetzt, als es im Saal zu "kochen" begann, war's dann aber auch gleich wieder aus: Es gab nur eine einzige Zugabe ("Before You Accuse Me"). Und das fühlte sich irgendwie an, als ob unmittelbar vor dem Klimax eines Eric Clapton-Gitarrensolos zum Niederknien irgendein Dolm den Stecker aus der Stromdose gerissen hätte.

(apa/red)

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