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Erholung im eigenen Garten: Pool-Boom könnte zu Wasser-Engpässen führen

Durch den Pool-Boom könnte die Versorgungssicherheit ins Wanken geraten.
Durch den Pool-Boom könnte die Versorgungssicherheit ins Wanken geraten. ©Symbolbild: Oliver Lerch, Pixabay
Immer mehr Vorarlberger haben einen Pool. Dieser Trend könnte, wenn es wärmer wird, die Versorgungssicherheit ins Wanken bringen.

Pools für den eigenen Garten werden immer beliebter, auch weil die Vorarlberger in Coronazeiten vermehrt Erholung zu Hause suchen. Das war bereits im vergangenen Jahr erkennbar, auch dieses Jahr zeichnet sich der Trend wieder extrem ab. Sobald es wärmer wird, machen sich die Poolbesitzer daran, ihre Becken herzurichten und über den hauseigenen Wasseranschluss zu befüllen. Für das Badevergnügen im heimischen Garten sind vorarlbergweit Tausende von Litern Wasser nötig. Das macht sich auch bei den Wasserversorgern bemerkbar.

Boom war nicht absehbar

"Die Befüllung von privaten Pools kann insbesondere für kleine öffentliche Wasserversorgungsanlagen durchaus zu Engpässen führen", so die Auskunft der Wasserwirtschaftsabteilung des Landes Vorarlberg auf VOL.AT-Anfrage. Der Grund dafür ist schnell erklärt: "Bei der Bemessung dieser Anlagen, oft vor Jahrzehnten, war ein derartiger Boom an privaten Schwimmbädern nicht absehbar." Bei der gleichzeitigen Befüllung mehrerer Pools kann es bei kleinen Trinkwasserbehältern daher knapp werden.

"Immerhin benötigt die Befüllung eines durchschnittlichen Pools rund 40 m³ Wasser", verdeutlicht die Wasserwirtschaft gegenüber VOL.AT. Das entspricht dem täglichen Wasserverbrauch von rund 300 Personen. Von entscheidender Bedeutung ist hier das vorhandene Speichervolumen des jeweiligen Trinkwasserbehälters und die Ergiebigkeit des Wasserspenders - sei dies ein Grundwasserbrunnen oder eine Quelle. Nur damit kann der Verbrauch wieder ausgeglichen werden.

Pools für den eigenen Garten liegen im Trend. Bild: VOL.AT/Mayer

Voranmeldung mancherorts nötig

Die Wasserwirtschaft empfiehlt Gemeinden und Wassergenossenschaften, bei denen Poolbefüllungen zu Problemen führen könnten, entsprechende Regelungen in ihre Wasserleitungsordnung oder Satzung aufzunehmen. So kann die Befüllung auch koordiniert werden. "Dabei kann festgelegt werden, dass z.B. drei Tage vor der Poolfüllung eine Voranmeldung beim öffentlichen Wasserversorger erforderlich ist, um eine bessere Koordination der Befüllungen zu ermöglichen", verdeutlicht die zuständige Abteilung des Landes.

Feuerwehr nicht zuständig

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich vor dem Befüllen des heimischen Pools also mit dem zuständigen Wasserversorger in Verbindung setzen und sich mit ihm absprechen. Mancherorts ist nach einer Voranmeldung auch eine Befüllung von privaten Pools durch die Gemeinde möglich. Die Gebühren dafür sind in der jeweiligen Wassergebührenordnung geregelt. Die Feuerwehr ist übrigens nicht für das Befüllen privater Pools zuständig, auch wenn das hie und da schon beobachtet wurde. Dabei dürfte es sich um private Gefälligkeiten handeln. Zum richtigen Umgang mit dem Beckenwasser wurde vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband übrigens auch ein Merkblatt herausgegeben - dieses gibt es hier als Download.

(VOL.AT)

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