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"Er wird die Welt verändern": Bewegende Begräbnisfeier für Floyd

©Godofredo A. VASQUEZ / POOL / AFP
"Jeder wird auf der ganzen Welt seiner gedenken. Er wird die Welt verändern", sagte sein Bruder Rodney.
Tausende bei Trauerfeier für George Floyd
Abschied von George Floyd
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Abschied von George Floyd: Bei einer bewegenden Begräbnisfeier in Houston haben Hinterbliebene und Ehrengäste an den bei brutaler Polizeigewalt umgekommenen Afroamerikaner erinnert und sein Vermächtnis für den globalen Kampf gegen Rassismus gewürdigt. Hunderte Trauernde mit Atemschutzmasken drängten sich am Dienstag in der Baptistenkirche "Fountain of Praise", um ihm die letzte Ehre zu erweisen. In den Reden wurden Erinnerungen an "Big Floyd" als Vater, Bruder, Sportler und Mentor beschworen, aber auch flammende Appelle gegen die Ungleichbehandlung von Menschen mit dunkler Hautfarbe gehalten.

In Houston hatte Floyd die meiste Zeit seines Lebens verbracht. Die Begräbnisfeier in der texanischen Metropole bildete den Höhepunkt von mehrtägigen öffentlichen Trauerbekundungen in insgesamt drei Städten.

"Sein Verbrechen war, schwarz geboren worden zu sein"

"George Floyd war nicht verzichtbar. Deshalb sind wir hier", sagte der demokratische Kongressabgeordnete Al Green der Trauergemeinde. "Sein Verbrechen war, schwarz geboren worden zu sein. Das war sein einziges Verbrechen. George Floyd verdiente die Würde und Achtung, die wir allen Menschen zugestehen, einfach weil sie Kinder eines gemeinsamen Gottes sind."

Floyds Bruder

Floyds Bruder Rodney erinnerte sich an Georges bescheidenes Leben in einer Sozialwohnungssiedlung im Komplex Cuney Homes in Houston. "Aber jeder wird auf der ganzen Welt seiner gedenken. Er wird die Welt verändern", sagte Rodney.

Andere Opfer von Polizeigewalt trauerten mit

Zu den Trauerfeiern kamen auch Angehörige anderer Opfer von Polizeigewalt, deren Namen während der Proteste bekannter wurden, darunter Eric Garner, Michael Brown, Ahmaud Arbery und Trayvon Martin.

Die Ehrengäste

Unter den geladenen Ehrengästen waren der Rapper Trae tha Truth, der Polizeichef von Houston Art Acevedo und Bürgermeister Sylvester Turner. Letzterer sorgte mit einem Versprechen dafür, dass die Menge im Saal kollektiv aufsprang: Er werde ein Dekret unterzeichnen, das die Anwendung von Würgegriffen im Polizeidienst in Houston verbiete, sagte Turner.

Videobotschaft von Biden: "Warum?"

Vom demokratischen Präsidentschaftskandidat Joe Biden wurde eine Videobotschaft eingeblendet. "Kein Kind sollte Fragen stellen müssen, die so viele schwarze Kinder seit Generationen haben fragen müssen: Warum?", sagte der frühere Vizepräsident unter Barack Obama. Jetzt sei die Zeit für ethnische Gerechtigkeit. "Das ist die Antwort, die wir unseren Kindern geben müssen, wenn sie warum fragen."

Attacken gegen Trump

Über Politik verlor Biden kein Wort. Doch teilten die anderen Redner gegen Präsident Donald Trump aus. Ihm wird vorgeworfen, zwar den Tod Floyds verurteilt, sich aber nicht entschieden genug gegen Rassismus im Land gestellt und stattdessen nur konsequente Härte als Reaktion auf jüngste Unruhen in den USA gefordert zu haben. Pfarrer William Lawson, der noch zu Lebzeiten des berühmten Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. aktiv war, sagte: "Offensichtlich ist das Erste, das wir tun müssen, das Weiße Haus auszumisten."

Scharfe Kritik an Trumps Reaktion auf Ausschreitungen nach dem Tod Floyds kam auch vom prominenten Bürgerrechtler Al Sharpton. "Der Präsident spricht davon, das Militär zu holen, aber er hat nicht ein Wort über den acht Minuten und 46 Sekunden langen Polizeimord an George Floyd gesagt", beklagte er. Dabei habe Trump sich China beim Thema Menschenrechte vorgeknöpft. "Aber was ist mit dem Menschenrecht von George Floyd?"

Zuvor 6.000 Menschen beim goldenen Sarg

Schon am Montag waren in Houston rund 6000 Menschen zum öffentlich aufgebahrten, goldfarbenen Sarg Floyds gekommen, um von ihm Abschied zu nehmen. Nach der Trauerfeier am Dienstag wurde sein Leichnam per Pferdekutsche unter großer Anteilnahme zahlreicher Schaulustiger zu einem Friedhof im Vorort Pearland gebracht, wo George Floyd nach einer privaten Trauerfeier für die Familie neben seiner Mutter beigesetzt werden sollte. Eine Brassband spielte, während Floyds Sarg in das Mausoleum getragen wurde.

Gefeuert, festgenommen, angeklagt

Floyd starb am 25. Mai in Minneapolis, nachdem ihm ein weißer Polizist mehrere Minuten lang das Knie auf den Hals gedrückt hatte - obwohl der gefesselt am Boden liegende Mann röchelnd über Atemnot und Schmerzen klagte. Der Beamte ließ auch nicht ab, als Floyd bewusstlos wurde. Der 46-Jährige war wegen eines mutmaßlichen Zahlungsversuchs mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein festgenommen worden.

Der Beamte und drei seiner am Einsatz beteiligten Kollegen wurden gefeuert, festgenommen und angeklagt. Ein Handyvideo von den Szenen von Floyds Festnahme hat weit über die Grenzen Amerikas hinaus für Proteste gegen Polizeigewalt gesorgt und ein Schlaglicht auf die Behandlung von Schwarzen durch die Polizei geworfen.

(APA)

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