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"Er ist der Beste in Österreich"

Er fährt heute mit seinem Ex-Chef Thomas Lampert nach Wien. Ins Innenministerium. Dort wird er sich mit acht Kollegen treffen. Diese haben mit Matthias Nachbauer eines gemeinsam: Sie sind wie er die Zivildiener des Jahres in ihren Bundesländern. Im Ministerium wird dann Österreichs Zivildiener des Jahres 2009 erkoren.

Viel gelernt

Aber egal, ob das dann Matthias Nachbauer wird oder nicht. „Matze hat bei uns tolle Arbeit geleistet. Er ist zurecht Zivildiener des Jahres in Vorarlberg“, lobt „Sunnahof“-Leiter Thomas Lampert seinen Ex-Schützling. Der zupft verlegen seinen lustigen Kinnbart und blinzelt mit den Augen. „Ich habe am ,Sunnahof‘ ja auch sehr viel gelernt“, kommentiert er die Hommage bescheiden. Lieber lässt „Matze“ den Leiter erklären, warum er sich so große Verdienste erworben hat. „Matthias war immer gut drauf. Er ist wunderbar umgegangen mit unseren Schützlingen, die geistig leicht behindert sind und zum Teil Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Er hat sich über seine 45-Stunden-Woche hinaus engagiert. Er stand bei Veranstaltungen zur Verfügung genauso wie als Begleitperson bei Ausflügen oder für zusätzliche Wochenenddienste. Er stellte Privates in den Hintergrund und ging in seiner Tätigkeit auf“, hört Lampert nicht mehr auf, den 22-Jährigen zu loben.

Ziel Sozialberuf

Der sagt heute nur: „Die Arbeit hier hat mich verändert. Ich war vorher naiv, gedankenlos. Am ,Sunnahof‘ lernte ich, Menschen so zu nehmen wie sie sind und entsprechend mit ihnen umzugehen.“ Gelernt hat Matthias Nachbauer den Beruf des Installateurs, arbeitet derzeit als Solaranlagenbauer. Dennoch ist für ihn klar: „Ich möchte in einen Sozialberuf. Das ist das Richtige für mich.“ Nachbauer denkt da vor allem an eine Tätigkeit als Krankenpfleger. So bald es geht möchte er die Krankenpfleger-Schule absolvieren. Am „Sunnahof“ kommt er seit Beendigung des Zivildienstes regelmäßig vorbei. Der Ort ist für ihn zu einer zweiten Heimat geworden. Eine Heimat, die für ihn so viele wunderbare Begegnungen mit Menschen konserviert hat.

Immer gut

„Matze“, so sagt Thomas Lampert, habe am „Sunna­hof“ kein besonderes Projekt gestaltet. „Das ist womöglich die Vorstellung der Juroren in Wien für ihre Auszeichnung. Matthias brauchte das nicht. Er war während seines gesamten Aufenthalts hier großartig. Jeden Tag, jede Woche, einfach immer. Deswegen ist er für mich der beste Zivildiener Österreichs.“

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