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Entsetzen über Hinrichtung von Wo Weihan

China hat ungeachtet zahlreicher Gnadenappelle aus Österreich und der Europäischen Union den wegen Spionage für Taiwan zum Tod verurteilten Geschäftsmann Wo Weihan hinrichten lassen, der mehrere Jahre in Österreich gelebt hat und dessen Töchter Österreicherinnen sind. Bilder von Wo Weihan 

Die Maßnahme hat zu einer schweren diplomatischen Verstimmung zwischen Wien und Peking geführt.

Pekings Haltung müsse aus der Sicht der gesamten EU geradezu als “vorsätzlicher Affront” angesehen werden, erklärte Außenministerin Plassnik am Freitag in Wien. Dass die Hinrichtung des 60-Jährigen gerade am Tag des Menschenrechtsdialogs zwischen der EU und China stattgefunden habe, unterstreiche “die Rücksichtslosigkeit und Kälte, mit der dieser Fall behandelt wurde”.

 Bundespräsident Fischer und Nationalratspräsidentin Prammer hatten sich ebenso wie die EU-Kommission und der französische EU-Ratsvorsitz bei der chinesischen Staatsführung für Wos Begnadigung eingesetzt. Der Biochemiker hat von 1990 bis 1997 in Österreich gelebt und gearbeitet. Die chinesische Justiz hatte Wo vorgeworfen, “Staatsgeheimnisse” an Taiwan verkauft zu haben. Plassnik betonte, sie sei “zutiefst schockiert über die hartherzige und unmenschliche Vorgangsweise der chinesischen Justiz im Fall Wo Weihan. Die Missachtung aller Appelle der Familie, Österreichs, der Europäischen Union und vieler anderer ist erschütternd”.

Erschüttert und betroffen zeigte sich in seiner Funktion als außenpolitischer Sprecher der ÖVP-Nationalratsfraktion auch Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel über die Nachricht von der Hinrichtung Wo Weihans. Von den Grünen wurde Außenministerin Plassnik aufgefordert, den chinesischen Botschafter in Wien aus Protest ins Außenamt zitieren zu lassen.

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