England: Hochwasser in Cornwall

Eine drei Meter hohe Flutwelle hat nach sintflutartigen Regenfällen einen englischen Touristenort in Cornwall verwüstet. 120 Menschen mussten teils mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen geholt werden.

Die Welle ließ eine Brücke und mehrere Häuser in dem Küstendorf Boscastle in Cornwall einstürzen und beschädigte viele andere schwer. Mehr als 100 Autos und Wohnwagen wurden ins Meer gespült.

Eine Polizeisprecherin bezeichnete es am Dienstag als „absolutes Wunder“, dass anscheinend niemand umgekommen oder auch nur ernsthaft verletzt worden sei. Nach 15 Menschen wurde allerdings noch gesucht. Der Schaden geht in die Millionen.

Boscastle, eine der meistbesuchten historischen Ortschaften im Südwesten Englands, liegt in einem engen Tal, in dem drei Bäche zusammenfließen. Durch heftige Regenfälle und starken Wind wurden diese am Montagnachmittag binnen kürzester Zeit zu reißenden Flüssen. „Wenn man gesehen hat, wie die Autos von der Wucht des Wassers die Straße hinuntergeschwemmt wurden – das ist einfach unglaublich“, sagte Vizepremier John Prescott am Dienstag während eines Besuchs am Unglücksort. Er bezeichnete das Ausmaß der Zerstörung als „Schwindel erregend“ und „schockierend“.

Ein Sprecher der britischen Luftwaffe, die mit sieben Hubschraubern an der Rettungsaktion beteiligt war, sprach von dem „größten Vorfall, den wir seit vielen, vielen Jahren gehabt haben“. Das gesamte Dorf war am Dienstag abgesperrt. Da viele Häuser einsturzgefährdet seien, sei Boscastle fürs erste „ein sehr gefährlicher Ort“, sagte ein Polizeisprecher.

Etwa 50 Menschen wurden von den Fluten vorübergehend in ihren Wagen eingeschlossen. Acht mussten wegen Knochenbrüchen oder Unterkühlung ärztlich versorgt werden.

Das Wasser kam nach Augenzeugenberichten rasend schnell. Am Mittag deutete noch nichts auf die später hereinbrechenden Wassermassen hin, dann aber setzte ein Wolkenbruch ein. „Es hat furchtbar gegossen“, sagte die Düsseldorferin Renate Ulrich, die sich zu einem Sprachurlaub in der Region aufhält: „Die Leute sagen, es hat in zwei Stunden so viel geregnet wie sonst im ganzen Monat.“

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