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Energieexperte: Argument mit E-Fuels vollkommener Quatsch

Kanzler Nehammer ist ein großer Freund von E-Fuels - Professor Quaschning ortet einen Denkfehler.
Kanzler Nehammer ist ein großer Freund von E-Fuels - Professor Quaschning ortet einen Denkfehler. ©APA, facebook.com/VolkerQuaschning
"Das Argument mit den E-Fuels ist vollkommener Quatsch", sagt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin.
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"Die E-Fuel-Story hat man nur aufgebaut, um das Verbrenner-Geschäft weiterlaufen zu lassen". Um den Treibstoffverbrauch zu decken wären in Deutschland 500.000 Windräder nötig - in den letzten 30 Jahren wurden 30.000 aufgestellt. Das sei nicht vorstellbar, so der Experte im "Standard".

Des Kanzlers Treibstoff

Bundeskanzler Nehammer hat sich rund um das angedachte Verbot der EU-für neue Verbrennermotoren ab 2035 nicht zuletzt bei dem von ihm initiierten Autogipfel mit Österreichs Autobranche im April besonders für E-Fuels stark gemacht.

Was sind E-Fuels?

Die synthetischen Kraftstoffe haben ähnliche Eigenschaften und chemische Zusammensetzungen wie konventionelle Kraftstoffe - sie sind kohlenstoffhaltig und flüssig. Hergestellt werden sie aus Wasserstoff und dem Treibhausgas CO2: Wasser wird unter Einsatz von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten, der Wasserstoff wird dann mit CO2 zu Kraftstoff verarbeitet.

Für dieselbe Fahrleistung muss allerdings die drei- bis sechsfache Menge Strom im Vergleich zu einem Elektro-Pkw eingesetzt werden.

Keine Lehren aus der Krise

Quaschning kritisiert auch, dass zwar in der Phase sehr hoher Gaspreise in der Industrie viel Gas eingespart worden sei, inzwischen wolle sich aber jeder nur mehr Zeit lassen. "Man sieht, dass die Lehren aus der Krise schon wieder vergessen sind".

Europas Selbsttäuschung

Das Verschleppen der Energiewende werde für Europa "fatale ökonomische Auswirkungen haben". Es sei auch eine Selbsttäuschung, auf den Ausbau von Wärmepumpen stolz zu sein. In China seien im Vorjahr 55-mal so viele Wärmepumpen eingebaut worden wie in Deutschland, "europäische Hersteller sind im Vergleich zu jenen in China Spielzeugbetriebe", so Quaschning. Europa müsse sich darauf einstellen, dass chinesische Hersteller massiv in den europäischen Markt drängen und einen Preiskampf vom Zaun brechen. Das gleiche gelte für E-Autos.

(APA)

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