AA

Endlich eine "Palme" für Haneke?

Für eine Auszeichnung bei den Filmfestpielen von Cannes gilt Michael Haneke als längst überfälliger Kandidat. Österreich ist an der Croisette stark vertreten.

Nun ist es fix: Michael Haneke ist in den Wettbewerb der 58. Filmfestspiele von Cannes (11. bis 22. Mai) geladen, wie die Veranstalter heute, Dienstag, in Paris bekanntgaben. Der Österreicher geht mit „Cache“ für Frankreich ins Rennen. Österreich ist außerdem mit zwei Langfilmen in der offiziellen Selektion des Festivals sowie mit zwei Kurzfilmen in der „Semaine de la Critique“ vertreten. Außerdem ist am 17. Mai ein „Austrian Day“ in der neuen Reihe „Tous les Cinemas du monde“ angesetzt.

Im offiziellen Festivalprogramm starten neben Haneke Benjamin Heisenbergs Spielfilm „Schläfer“ und Frederick Bakers „Shadowing the Third Man“. In die „Semaine de la Critique“ sind Michael Ramsauers „Echos“ und Siegfried A. Fruhaufs „Mirror Mechanics“ geladen. Die Austrian Film Commission spricht angesichts dieser starken Österreich-Präsenz in einer Aussendung von einem „Höhepunkt in der Festivalgeschichte des heimischen Films“.

Mit „Cache“ („Versteckt“) ist Haneke bereits zum achten Mal in Cannes vertreten und zum fünften Mal im Wettbewerb nominiert. Im Mittelpunkt der in Paris und Umgebung sowie in Wien gedrehten, österreichisch-französischen Koproduktion (Wega-Film) steht Georges (Daniel Auteuil), der Präsentator einer literarischen TV-Sendung, der heimlich auf der Straße aufgenommene Videos von sich und seiner Familie sowie beunruhigende Zeichnungen zugeschickt bekommt. Als Georges Frau stand Juliette Binoche vor der Kamera von Christian Berger, weitere Rollen verkörpern Maurice Benichou und Annie Girardot.

„Schläfer“, eine Produktion der Wiener coop99 filmproduktion mit deutschen Partnern, behandelt eine Menage a trois zwischen Wissenschaft, Liebe und Überwachung: Johannes wird vom Verfassungsschutz angeworben, um über seinen algerischen Kollegen Farid zu berichten, dieser beginnt eine Liebesbeziehung mit Beate, in die Johannes ebenfalls verliebt ist. Der Salzburger Frederick Baker legt mit „Shadowing the Third Man“, einer Produktion der britischen Firmen Media Europa und Silverapples Media, eine Hommage an Carol Reeds Meisterwerk „Der dritte Mann“ vor.

In Michael Ramsauers „Echos“ wollen sich drei Freunde gemeinsam das Leben nehmen. Und Siegfried A. Fruhaufs „Mirror Mechanics“ versucht, die Spiegelfunktion des Kinos aufzugreifen. Beide Kurzfilme, die in der „Semaine de la Critique“ laufen, wurden an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien produziert.

Die neue Reihe „Tous les Cinemas du monde“ im offiziellen Festivalprogramm soll dem weltweiten Autorenkino eine neue Plattform öffnen. Ausgewählt wurden Länder, deren aktuelles Filmschaffen als beispielhaft und besonders dynamisch gilt. Österreich ist als einziges europäisches Land vertreten. Am 17. Mai geben zehn noch nicht in Cannes gezeigte österreichische Filme (zwischen elf und 240 Minuten Länge) einen Überblick über das heimeische Filmschaffen zwischen 1982 und 2002:

Axel Cortis „Welcome in Vienna“ (1986), Andre Hellers und Othmar Schmiderers „Im toten Winkel“ (2002), Barbara Alberts „Die Frucht deines Leibes“ (1996) und „Nordrand“ (1999), Jessica Hausners „Flora“ (1996), Ruth Maders „Gfrasta“ (1998), Valeska Grisebachs „Mein Stern“ (2001), Virgil Widrichs „Copy Shop“ (2001), Franz Novotnys „Die Ausgesperrten“ (1982) und Nikolaus Geyrhalters „Elsewhere“ (2001).

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Stars
  • Endlich eine "Palme" für Haneke?
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.