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Element of Crime spielten im Burgtheater: Dienst nach Vorschrift

©Vienna Online
Element of Crime gastierten im Wiener Burgtheater und absolvierten ein fast vierstündiges Programm. Unterstützt wurden die Berliner von Florian Horwath, The Base, Maike Rosa Vogel und Garish.
Element of Crime: Bilder vom Konzert

Willkommen in der Hochkultur: Sven Regener und Burgtheater. Burgtheater und Sven Regener. Irgendwie passt das – und irgendwie war das dann doch nicht so wie erhofft. Donnerstagabend lud der Literat und Musiker mitsamt seiner Mannen von Element of Crime zu einem beinahe vierstündigen Konzert in der altehrwürdigen Wiener Burg. Anlass: Die im Februar von Kruder & Dorfmeister eröffnete “Burg in Concert”-Reihe. Doch wer sich von dem vielversprechenden Titel “Element of Crime und Freunde” einen außergewöhnlichen Abend ungewöhnlicher Kollaborationen versprochen hat, wurde enttäuscht.

Element of Crime an die Wand gespielt

Die Berliner Folkrocker Eelement of Crime spulten – in Vier-Lieder-Sets unterbrochen von ihren musikalischen Gästen – das übliche Programm ihrer “Immer da wo du bist bin ich nie”-Tour ab, zu freundschaftlichen Jam-Sessions oder spontanen musikalischen Verbrüderungen kam es nicht. Wer hingegen befürchtet hatte, die “Freunde” würden von den Berlinern an die hohe Theaterwand gespielt, der wurde positiv überrascht: Neben dem Innsbrucker Singer-Songwriter Florian Horwath, dem Grazer Trio The Base und der zierlichen, melancholischen Berlinerin Maike Rosa Vogel (eine Entdeckung!) waren es die Burgenländer der Indie-Band Garish, die sich mit Sympathie und Originalität die ehrwürdige Bühne zu eigen machten.  Ausgestattet mit Mandoline, Akkordeon, Kontrabass und was die breite Palette an Instrumenten noch so hergab, machte sich Garish “die Akustik dieses doch sehr eindrücklichen Raumes zunutze”, wie Frontmann Thomas Jarmer mit strahlenden Augen sagte. Fernab von Mikrofonen und Verstärkern trugen sie das melancholische “Unglück trägt denselben Namen” vor und zeigten damit ihren berühmten Berliner Gastgebern, wie man die Bretter, die die Welt bedeuten, erobert.

Dass sich auf ebendiesen auch Schauspieler und Rampensau Michael Ostrowski verdammt wohl fühlt, zeigte sich bei seinem Gastauftritt mit The Base. Voller Inbrunst schmetterte er “Contigo Hija”, einen Song aus Michael Glawoggers “Contact High”. Für den Film hatten Ostrowski und Sven Regener immerhin musikalisch zusammengearbeitet – eine Wiedervereinigung auf der Theaterbühne lag da nahe, die Hoffnung blieb aber unerfüllt.

Leander Haußmann begleitete Element of Crime

“Und dann warfen sie mit irrem Blick ihre Arme in die Höhe und riefen ‘Romantik’ in die Tiefen des Burgtheaters” war der einzige bedeutungsschwere Satz, zu dem sich der Österreich-affine und poetisch bewanderte Sven Regener an diesem Abend hinreißen ließ. Den Rest der Zeit schien er mehr mit dem Radiopublikum als mit jenem im bestuhlten Burgtheater zu reden, wurde das Konzert doch auf FM4 live übertragen. Damit im Radio auch jeder weiß, wer da ist, wiederholte er nach jedem Lied “Wir sind Element of Crime” und ein en passant nuschelndes “Vielen Dank” – was im Burgtheater zu unfreiwilligen, wohl leicht enttäuschten, Lachern führte.

Wie eine Radiosendung war auch der Abend durchgeplant: In jeweils vier Lieder umfassenden Sets wechselten sich Element of Crime mit ihren Gästen ab, Auftakt und Abschluss war den Berlinern überlassen. Größtenteils räumten sie Songs aus dem aktuellen Album “Immer da wo du bist bin ich nie” Platz ein, umso größer war die Freude beim Publikum bei älteren Songs wie “Straßenbahn des Todes” oder “Immer unter Strom”. Als besonderer Gast war Regisseur Leander Haußmann geladen, der die Band mit der Mundharmonika zu einem Song aus dessen Film “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” und einer Coverversion von Bob Dylans “It’s All Over Now, Baby Blue” begleitete.

Kein Fake eines Element-of-Crime-Konzerts

“Ich bin jetzt da, wo ich mich haben will” sang SvenRegener bei der Zugabe, dem Fan-Liebling und Klassiker “Delmenhorst” – und dann war auch endlich das Publikum dort, wo er es haben wollte: erhoben von den Stühlen, gen Bühne laufend, tanzend. Dass dazu erst die beinahe trotzige Aufforderung Regeners nötig war, die Leute mögen doch “endlich mal hier nach vorne kommen”, lag nicht am Publikum, sondern an der Band selbst. Im Theater zu versuchen, “unter solchen bestuhlten Bedingungen so ein normales Element-of-Crime-Konzert zu faken, das seh’ ich nicht, das ergibt auch keinen Sinn”, hatte Regener im Vorfeld gesagt. Die “Freunde” allein können den Fake nicht verschleiern. Schließlich sind “Element of Crime und Burgtheater” unterm strich doch kein Selbstläufer.

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