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Eklat um Cherie Blair

Alles war so schön geplant. Harmonie bis ins Detail. Monate des erbitterten Machtkampfes zwischen Premierminister Tony Blair und seinem Schatzkanzler Gordon Brown waren vorbei.

Der Parteitag in Manchester sollte nun Eintracht demonstrieren – unter dem Motto „Labour – die Zukunft Großbritanniens“. Dann kam Cherie Blair vorbei. Und eine einzige angebliche Bemerkung der Frau des Premiers ließ – obwohl sie heftig dementiert wurde – die ganze Inszenierung platzen.

Welche Zeitung die Briten am Dienstag auch anschauten: Labour erschien als Partei der Zerstrittenen. „Cherie Blair torpediert die Botschaft der Einheit“, schrieb der konservative „Daily Telegraph“. Der Labour nahe stehende „Guardian“ machte Cherie Blairs angebliche „Bemerkung, die Gordon Browns großen Tag zerstörte“ gar als Zitat zur Schlagzeile auf Seite eins: „Das ist eine Lüge“.

Die Bemerkung – das schwört eine Reporterin des US-Fernsehsenders Bloomberg – sei gefallen, als der Schatzkanzler am Montag mit seiner Parteitagsrede gerade beim Punkt Versöhnung angekommen war. Der Mann, der im Verdacht steht, den innerparteilichen Aufstand organisiert zu haben, der den Premierminister am 7. September zur Ankündigung seines Rücktritts „innerhalb von zwölf Monaten“ trieb, blickte erst zur Seite auf den „lieben Tony“ und dann in den Saal: „Es war für mich ein Privileg, mit dem erfolgreichsten Labour-Führer und Labour- Premierminister aller Zeiten zu arbeiten“, sagte Brown.

Ob Cherie Blair (52), die in diesem Moment an einem Fernsehmonitor vorbei kam, wirklich verächtlich sagte „Das ist eine Lüge!“ oder nicht, scheint kaum noch von Belang. Zwar schickte die Labour-Führung etliche Parteisoldaten zu den Rundfunk- und Fernsehsendern, um zu retten, was noch zu retten war. „Wir wissen doch, dass dies Cheries Meinung über Brown ist“, sagte ein Labour-Delegierter. „Ob sie das nun sagt oder nur denkt.“

Da ist sie wieder, die alte Fehde zwischen „Blairites“ und „Brownites“, die Rivalität zwischen den intellektuellen Modernisierern, die den Slogan „New Labour“ kreierten, und den Traditionalisten, für die Brown – im Gegensatz zu Blair – bei allen Reformen in der Partei die Traditionen der britischen Arbeiterbewegung verkörpert. Mit seiner Rede meldete Brown (55) seinen Anspruch auf die Führung des Partei und der Regierung an.

Blair (53) klatschte Beifall und klopfte seinem Schatzkanzler vor laufenden Kameras auf die Schultern. Und er ließ schon im voraus verbreiten, dass es in seiner großen Rede am Dienstag – seiner 13. und letzten als Labour-Vorsitzender auf einem Parteitag – deutliche Versöhnungsgesten geben werde. Browns Leistungen für den Aufschwung Großbritanniens sollten ausdrücklich gewürdigt werden.

Doch der Rummel um die „Lüge-Bemerkung“ ließ die Rivalitäten wieder offenbar werden. „Die Beiden hassen sich nun mal ganz real, wie verrückt und absolut tiefgründig“, hatte schon vor dem Labour- Kongress William Keegan Reportern gesagt, der Autor der Charakterstudie „The Prudence of Mr. Gordon Brown“ (Die Umsicht des Mr. Gordon Brown).

Zweifel an der charakterlichen Eignung Browns für die Spitzenämter waren von den „Blairites“ noch bis kurz vor dem Parteitag öffentlich thematisiert worden. Der Mann sei ein „Kontroll-Freak“, habe keinen Teamgeist und sogar psychische Probleme, streute Ex-Innenminister Charles Clarke.

Auch wegen des nun wieder aufgeflammten Streits fragen sich viele, ob Brown bei den nächsten Unterhauswahlen, die voraussichtlich 2009 oder Anfang 2010 stattfinden, überhaupt Chancen gegen David Cameron (39) haben wird – den wortgewandten und eleganten neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei. Dass Cameron die Labour-Querelen in seiner Rede auf dem Parteitag der Tories in der kommenden Woche ausschlachten wird, gilt bereits als sicher.

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