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Eklat in der Warther Gemeindestube

Gemeindechef Gebhard Fritz: „So ist ein konstruktives Weiterarbeiten nicht möglich.“
Gemeindechef Gebhard Fritz: „So ist ein konstruktives Weiterarbeiten nicht möglich.“ ©VOL.AT/ Hartinger
Warth (VN-hgp, ij) - Bürgermeister Gebhard Fritz und die gesamte Gemeindevertretung haben Rücktritt erklärt.

Die kleine Gemeinde Warth hat ein großes Problem: Der 180-Einwohner-Ort im Bregenzerwald muss sich eine komplett neue Gemeindeführung suchen. Grund: Bürgermeister Gebhard Fritz (60) und alle neun Gemeindevertreter schmeißen den Bettel hin. Sie haben nach turbulentem Verlauf der jüngsten Gemeindevertretungssitzung am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt. „Ja, das stimmt. Für uns ist Schluss. Unter den gegebenen Voraussetzungen sind wir zur Auffassung gelangt, dass ein konstruktives Weiterarbeiten so nicht mehr möglich ist“, begründete Gebhard Fritz, der seit 1992 die Geschicke der Walsergemeinde leitete, gegenüber den VN die spektakuläre Entscheidung der Gemeindespitze. Den Ausschlag für den kollektiven Rücktritt der „Warther Bürgerliste“ gaben nach den Worten des Gemeindechefs „unüberbrückbare Differenzen mit Grundstückseigentümern, die im Zusammenhang mit dem Raumentwicklungskonzept stehen.“  

Neuwahl muss her

Gebhard Fritz hat zwar sein Bürgermeisteramt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, kann sich aber bis zur Wahl eines neuen Gemeindechefs und einer neuen Gemeindevertretung, die in den nächsten drei Monaten passieren muss, noch nicht ganz aus der Verwantwortung nehmen. „Ich werde die Amtsgeschäfte noch bis zum Antritt der neuen Gemeindeleitung weiterführen.“ Während Gebhard Fritz für sich einen Schlussstrich unter seine kommunalpolitische Tätigkeit zieht, kann sich der bisherige Vizebürgermeister Markus Strolz durchaus vorstellen, für die Gemeinde weiter tätig zu sein. „Ich habe allerdings keine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt.“ Dass es jetzt zum Eklat in der Gemeindestube kam, führt auch er auf „andauernde Streitigkeiten bei der Erstellung des Räumlichen Entwicklungskonzepts“ zurück. „Durch die Meinungsverschiedenheiten der einzelnen Grundbesitzer wurde es schwierig, Umwidmungen durchzusetzen. Irgendwann waren die Fronten dann so verhärtet, dass die Gemeindevertretung keinen Sinn mehr darin sah, in der jetzigen Konstellation weiterzumachen“, sagt Markus Strolz und ergänzt: „Der Streit mit Gemeindearzt Dr. Jos Wüstner, der Ende 2011 den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt hat, war dann letztlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“

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