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Eklat beim Marathon

Die 301. und letzte Entscheidung der Olympischen Sommerspiele ging am Sonntag an Italien. Stefano Baldini siegte auf der historischen Marathon-Strecke vor Mebrahtom Keflezighi (USA) und Vanderlei de Lima (BRA).

Ausgerechnet zum Abschluss der friedlichen Spiele sorgte ein Zuschauer für einen Eklat: Ein Mann in einer irischen Tracht zerrte den in Führung liegenden Südamerikaner Lima bei Kilometer 37 von der Strecke. Der Zuschauer wurde danach festgenommen, Lima kam mit dem Schrecken davon, verlor jedoch wichtige Sekunden und wurde wenig später von Baldini überholt. Der Verrückte, der jener Mann sein dürfte, der auch im Juli 2003 als Spaziergänger auf der Piste beim Formel-1-Rennen in Silverstone für Aufsehen gesorgt hatte, konnte nur mühsam und von anderen Personen unterstützt vom 35-jährigen Lima losgerissen werden. Es dürfte sich um den ehemaligen Priester Cornelius Horan handeln, der nach seiner Einlage in England im Gefängnis gelandet war. Lima wurde in dem Vorort Papagou zwar von einem Polizisten auf einem Fahrrad begleitet, doch dieser konnte so schnell gar nicht reagieren.

Sichtlich geschockt und völlig aus dem Rhythmus setzte er dann seinen insgesamt 42,195 km langen beschwerlichen Weg fort. Der Südamerikaner wurde einen Kilometer später von Baldini passiert, der am Ende ungefährdet dem Olympiasieg entgegenlief. Für den Unglücksraben blieb hinter dem Italiener sowie dem Amerikaner nur Bronze.

Beim Zieleinlauf wurde er von den 40.000 Zuschauern im antiken Panathinaikon-Stadion lautstark gefeiert. Der frühere Europameister Baldini gewann in in 2:10:55 Stunden vor Keflezighi (2:11,29) und dem gebeutelten Brasilianer (2:12:11). Weltrekordler Paul Tergat aus Kenia, der als großer Favorit angetreten war, enttäuschte als Zehnter. Der Österreicher Michael Buchleitner kam in 2:19:19 als 29. ins Ziel.

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