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Einstweilige Verfügung: Ferrari gescheitert

Ferrari hat vor Gericht eine Niederlage erlitten. Ei­nen Tag nach der Anhörung wies die zuständige Pa­riser Justiz den Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen das neue Formel-1-Regulativ für 2010 zurück.

Ferrari hatte sich auf ein Vetorecht, das angeblich vertraglich zugesichert ist, berufen. Der Machtkampf rund um die umstrittene, ab der kommenden Saison gültige Budgetobergrenze geht damit weiter.

Teams, die sich an das freiwillige Limit von 40 Millionen Pfund (45,5 Mio. Euro) halten, werden mit erheblichen technischen Freiheiten belohnt. Mehrere Rennställe und Hersteller befürchten dadurch die Schaffung einer Zweiklassen-Gesellschaft. Neben Ferrari hatten auch Renault, Toyota, BMW-Sauber und Energydrink-Milliardär Dietrich Mateschitz als Besitzer von Red Bull Racing und Toro Rosso mit Ausstieg gedroht, sollte der Weltverband FIA das Reglement nicht noch einmal ändern.

Die Zeit drängt allerdings, endet die Nennfrist für die kommende Saison doch bereits am 29. Mai. Mehrere neue Teams haben aufgrund der Kostensenkung durch die adaptierten Regeln bereits Interesse angemeldet. Das gibt FIA-Präsident Max Mosley die Chance, die etablierten Rennställe unter Druck zu setzen. Lediglich 13 Startplätze werden für die kommende Saison vergeben, das Feld will die FIA bereits am 12. Juni bekanntgeben.

Ferrari hatte sich in einer Sonderstellung geglaubt, weil die Italiener 2005 einen Vertrag mit Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone geschlossen hatten, der ihnen bei Regeländerungen ein Vetorecht einräumt. Das “Tribunal de Grand Instance” in Paris kam aber offenbar zu dem Schluss, dass die gültigen Regeln nicht neu geschrieben, sondern lediglich erweitert werden – um die Paragrafen, die die optionale Budgetgrenze betreffen.

Das Limit muss nicht zwangsläufig zu einer Kostenreduktion führen, sind Ausgaben für Fahrergehälter, Marketing und Strafzahlungen doch etwa davon ausgenommen. Auch zusätzliche Ausgaben in der Motorenentwicklung – 2010 ist Nachtanken nicht mehr erlaubt, dadurch sollen spritsparende Entwicklungen gefördert werden – sind in den 45,5 Millionen nicht integriert, deren Einhaltung eine dreiköpfige Kommission überwachen soll.

Sollte es bis kommende Woche nicht zu einer Annäherung kommen, droht die Königsklasse mit ihren Topteams einiges an Reiz zu verlieren. “Wirth Research, Lola, USF1, Epsilon Euskadi, RML, Formtech, Campos, iSport – diese Teams würden in der Zwei-Klassen-Formel-1 von Mosley antreten. Kann eine WM mit diesen Teams – bei allem Respekt – den gleichen Stellenwert haben wie bisher?”, fragte Ferrari in einer Stellungnahme.

Vergangenen Freitag war ein Treffen der Teamvereinigung FOTA mit Mosley und Ecclestone in London ergebnislos verlaufen. Daraufhin hatte Ferrari den Prozess mit einer Einstweiligen Verfügung zu stoppen versucht – ohne Erfolg. “Das Risiko eines unmittelbaren eintretenden Schadens, der abgewendet werden muss, oder juristischer Probleme besteht nicht”, schrieb Richter Jacques Gondran de Robert in seiner Urteilsbegründung. Der Machtkampf geht weiter – und könnte auch den Klassiker am Wochenende in Monaco überschatten.

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