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Einst verschob er Kulissen

Mit seinem Roman "Es geht uns gut" hat sich der Vorarlberger Arno Geiger an die Spitze gehievt. Heuer hält der Schriftsteller die Eröffnungsrede der Bregenzer Festspiele.

Der Träger des ersten Deutschen Buchpreises und damit Verfasser des besten deutschsprachigen Romans im Jahr 2005 bleibt aber auch dann am Boden, wenn es heißt, dass er heuer am 19. Juli die Eröffnungsrede der Bregenzer Festspiele halten wird. Es gilt das 60-Jahr-Jubiläum zu feiern, und da mag dieser Auftrag gerade für einen noch jungen Menschen etwas heißen.

Von unten betrachtet

„Es wird keine Sonntagsrede“ , versichert er im Gespräch mit den “ VN“ , “ sondern ein Plädoyer für das Individuum in seiner Einzigartigkeit.“

Mehr steht noch nicht fest. Nur, dass der Auftrag für Arno Geiger eine lebensgeschichtliche Markierung bedeutet. Nach 17 Saisonen als Kulissenschieber und Mitarbeiter in der Video- und Akustikabteilung der Bregenzer Festspiele fühlt sich Geiger immer noch mehr als Bühnenarbeiter als in der Rolle des Schriftstellers. “ Ich betrachte das mehr von unten als von oben. Es freut mich, dass da nun einer die Rede halten kann, der einen solchen Betrieb von unten kennt. Der, wenn man so will, mit einem Fuß bei der Technik und einem bei der Kunst steht.“

Dennoch kein Zurück

Natürlich gibt es für den Schriftsteller, der weiß, dass bereits 200.000 Stück seines neuen Romans verkauft sind, während er bereits in mehrere Sprachen übersetzt wird, kein Zurück. Aber Geiger denkt mit Freude an Bühnenaufbauten am See, an die Verlegung von Kabeln, an die Betreuung von Proben. Die Mitverantwortung dafür, dass die Sänger den Dirigenten sehen und der Dirigent auch unter der Seebühne gut mitverfolgen konnte, was sich darauf abspielt, hat ihm Spaß gemacht.

Begehrter Job

Noch als Gymnasiast im Jahr 1986 hat er um den (Ferial-)Job gerungen, ihn bekommen und bis vor wenigen Jahren Sommer für Sommer ausgeführt. Dazwischen hat er Hörspielworkshops mit Jugendlichen betreut und als er dann während des Studiums zu schreiben begann, auch Lesungen abgehalten.

“Kleine Schule des Karussellfahrens“ lautet der Titel des ersten Romans. 1997 gleich im renommierten Hanser Verlag herausgekommen, erreichte er zwar noch keine sehr hohe Auflage, aber die Vorarlberger wussten schon, dass mit Geiger zu rechnen sein wird. Bei der Präsentation in der Landesbibliothek war der Andrang so groß, dass der Bühnenarbeiter, Schriftsteller und nun Festspielredner einen Verkehrsstau produzierte.

ZUR PERSON

Arno Geiger

  • Beruf: Schriftsteller
  • Geboren: 1968 in Bregenz
  • Ausbildung: Studium der Germanistik
  • Laufbahn: Bühnenarbeiter, Mitarbeiter in der Videoabteilung der Bregenzer Festspiele, Schriftsteller Werke: „Kleine Schule des Karussellfahrens“, „Irrlichterloh“, „Schöne Freunde“, „Es geht uns gut“
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