Einmal in den Weltraum und retour: Tickets in Österreich erhältlich

Einmal im Leben einen Blick aus dem Weltraum auf unseren blauen Planeten zu werfen, ist Kindheitstraum von vielen. Mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche, nämlich 200.000 Dollar (144.676 Euro), kann dieser Wunsch schon bald in Erfüllung gehen.

Der erste private Anbieter von Weltallflügen, die US-Firma Virgin Galactic des Briten Sir Richard Branson, plant erste Flüge Ende 2009. Gemeinsam mit dem Luxusreiseveranstalter Deluxe Travel Europe startet der Milliardär nun der Vorverkauf von Flugtickets in Österreich, teilten Vertreter beider Unternehmen am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

Raumschiffe namens „Space Ship 2“ sollen – läuft alles nach Plan – gegen Ende 2009 bzw. Anfang 2010 den kommerziellen Flugbetrieb aufnehmen. Pro Flug können sechs Passagiere und zwei Piloten mitfliegen. Anfang 2008 wird mit den Bauarbeiten an dem ersten zu kommerziellen Zwecken errichteten Weltraumbahnhof, den Spaceport America, im Südwesten von New Mexico begonnen. Falls die Basis nicht zeitgerecht fertiggestellt werden kann, starten die ersten Flüge aus der Mojave-Wüste in Kalifornien.

Der Flug dauert laut Carolyn Wincer von Virgin Galactic etwa zwei Stunden. Das „Space Ship 2“ startet dabei mit Hilfe eines Trägerflugzeuges („Wight Knight 2“), auf der Höhe von rund 15.000 Meter erfolgt die Abkopplung. Nach einigen Sekunden freien Falls wird die Rakete vom Raumschiff gezündet. Innerhalb von zwölf Sekunden erreicht die Maschine Schallgeschwindigkeit, erläutern Sunit Jairath und Bernhard Stingl, Geschäftsführer von Deluxe Travel Europe: „Die Rakete brennt 90 Sekunden lang und bringt in der Zeit das Raumschiff von 15.000 auf bis zu 120 Kilometer Höhe.“ Hier können die Astronauten die Schwerelosigkeit für vier bis fünf Minuten – auch abgeschnallt – erfahren. Als Grenze zum Weltraum gilt eine Höhe von 100 Kilometern.

Die Rückkehr zur Erde birgt laut den Veranstaltern kein Sicherheitsrisiko: Der Wiedereintritt von „Space Ship Two“ in die Erdatmosphäre verlaufe immer im gleichen Neigungswinkel – „wie ein Federball auch immer mit der Kugel zuerst nach unten fällt“, so Stingl. Auf rund 25.000 Metern Höhe werden die Flügel des Raumschiffs aufgestellt und es landet „wie ein Segelflieger“.

Die Reiseanwärter müssen sich vor Abflug drei Tage einem Vorbereitungsprogramm unterziehen, inklusive medizinischer Tests sowie einem Unterwassertraining und Übungen in der Zentrifuge. Rund 65.000 Personen aus 125 Ländern haben bereits Interesse an einem Weltallflug bei Virgin Galactic angemeldet, rund 200 haben eine Anzahlung für ein Flugticket vorgenommen. Der ersten Sitzplätze sind natürlich schon reserviert: Branson wird mit seinen Kindern und Eltern den Anfang machen. Von medizinischer Seite aus gibt es den Veranstaltern zufolge kaum Bedenken: “80 Prozent der Personen, die fliegen wollen, können auch fliegen“, so Jairath. Nur aufgrund der Gesetzeslage ist ein Mindestalter von 18 Jahren vorgegeben.

Noch wird am endgültigen Design des Raumschiffs gefeilt, seine Präsentation ist laut Wincer im Jänner 2008 geplant. Die Testflüge startet Virgin Galactic im Frühling und Sommer 2008. Nach einer rund zwölf- bis 18-monatigen Testphase soll – gibt es grünes Licht von den US-Behörden – der Weltraumtourismus beginnen – zunächst mit Starts einmal pro Woche, längerfristig täglich.

Je nach Nachfrage könnte der Flugpreis von rund 145.000 Euro noch über die Zeit günstiger werden. Sollten die Raumschiffe wider Erwartung doch nicht ins All abheben können, so gilt in der ersten Zeit des Ticketverkaufs und Flugbetriebs Stingl zufolge noch eine hundertprozentige Rückerstattungsgarantie – selbst wenn sich der Kunde noch in letzter Minute – auch nach drei Tagen absolvierten Trainings – einen Start noch überlegen sollte.

Fünf Raumschiffe sowie zwei Trägerflugzeuge wurden bereits von Milliardär Branson bestellt. Miteigentümer von Bransons Unternehmen Virgin Galactic ist Burt Rutan, der Konstrukteur des Raumschiffs „Space Ship 1“. Rutan hatte mit diesem 2004 als erster ein rein privat finanziertes Raumschiff zweimal binnen zwei Wochen ins All geschickt und damit einen mit zehn Millionen Dollar (7,23 Mio. Euro) dotierten Preis gewonnen.

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