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Einkaufszentren als Kaufkraftstaubsauger

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Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag fordert die Raumplanungssprecherin der Vorarlberger Grünen Nina Tomaselli dem EKZ-Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Unterstützt wurde sie dabei vom stellvertretenden Klubobmann der Salzburger Grünen Simon Hofbauer, der dabei auch das Salzburger Modell der Raumplanung präsentierte.

Im Salzburger Regierungsprogramm heißt es, “die Stärkung der Regionalplanung und der Grundsatz des sparsamen Flächenverbrauchs werden zukünftig im Vordergrund stehen. Einer Ausdünnung des ländlichen Raums wollen wir mit unseren Möglichkeiten entgegenwirken.”

Großprojekte abgelehnt

Salzburg weist derzeit eine Verkaufsfläche von 1,04 Millionen Quadratmeter auf und liegt damit bundesweit auf Platz zwei. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wurde die Fläche um elf Prozent ausgebaut – die regionale Verteilung ist dabei sehr unterschiedlich. Durch die massive Expansion an wenigen Standorten ist ein Verdrängungswettbewerb entstanden, so kam es zu gravierenden Kaufkraftverschiebungen. Im April 2015 lehnte die Salzburger Landesregierung deshalb alle beantragten Großprojekte ab. Laut einer Umfrage begrüßen die Salzburger diese Entscheidung. Ein Vorhaben soll nun der Zersiedelung Einhalt gebieten und das Bauen auf den Wiesen zu verhindern. Damit soll die Region gestärkt werden und keine Kaufkraft mehr abgezogen werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit der Suche nach Best-Practice-Beispielen im In- und Ausland. Außerdem wird nach Modellorten gesucht in denen ab 2016 entsprechende Projekte durchgeführt werden können.

“Shopping City Ostschweiz”

Die Erfahrungen in Salzburg sollen nun auch ein Lösungsansatz für Vorarlberg bieten. Laut der CIMA-Studie im Jahr 2014 konzentrieren sich derzeit 70 Prozent der Handelsflächen außerhalb der Ortskerne. Außerdem beschränkt sich die Fläche auch fast gänzlich auf die Ballungszentren des Rheintals und des Walgaus. Die Talschaften sind dabei deutlich benachteiligt. Aus diesem Grund fordern die Grünen eine neue Aufteilung der Kommunalsteuern zwischen den Gemeinden. Damit könne man die negativen Effekte der Einkaufszentren und den Standortwettbewerb massiv abschwächen. Außerdem soll bei der Raumplanung die Verkehrsproblematik stärker berücksichtig werden. Auch die Verantwortung der grenzüberschreitenden Regionalentwicklung müsse man mehr wahrnehmen. Eine “Shopping City Ostschweiz” sein kein wünschenswertes Ziel. (red)

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