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Einkauf am Marienfeiertag

Maria Empfängnis: Auch wenn der Feiertag 2008 auf einen Montag fällt, haben die meisten Geschäfte geöffnet.

Als der damalige Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer am 8. Dezember 1984 den Handel per Verordnung zum Aufsperren der Geschäfte ermächtigte, weil sonst ein ganzer Vorweihnachtssamstag „futsch” gewesen wäre, sprach ihn Monate später der Verfassungsgerichtshof einer „geringfügigen Rechtsverletzung” für schuldig. Inzwischen ist der über Jahre ausgefochtene „Glaubenskrieg” ums Offenhalten am Marienfeiertag längst ein Stück Geschichte, auch in Vorarlberg wird man am kommenden Montag (fast) überall seinen Besorgungen nachgehen können.

Arbeit per KV geregelt

„Man kann es so auf den Punkt bringen: In Städten, Marktgemeinden, in Ballungsgebieten generell werden die Geschäfte zumindest in den Ortskernen offen halten, auch die großen Einkaufszentren wie Messepark, Zimbapark oder Häuser wie Kika, Lutz und Merkur sind geöffnet. In kleineren ländlichen Gemeinden sind die Läden jedoch durch die Bank zu, es sei denn, es finden (Weihnachts-)Märkte oder ähnliche Aktivitäten statt oder es sind Kommunen mit Fremdenverkehrsregelungen. In Schruns z. B. findet sogar am Sonntag darauf ein Markt statt, der traditionsreiche ,silberne Sonntag, und da halten viele Geschäfte sogar am Sonntag offen”, wusste Dr. Manfred Fiel, Handelssparte-Geschäftsführer in der Wirtschaftskammer, auf „VN”-Anfrage zu berichten. Märkte müssen laut Fiel von der Gemeinde genehmigt werden, nachdem diese bei Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer die Zustimmung dazu eingeholt haben. Auch das Offenhalten am Marienfeiertag ist seit gut 20 Jahren gesetzlich geregelt und beruht auf einem eigens dafür vereinbarten Kollektivvertrag. Die wesentlichen KV-Eckpunkte sind

die Freiwilligkeit der Arbeit (niemand darf Nachteile erleiden, nur weil er/sie am 8. 12. nicht Dienst machen kann),

die gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie die

KV-konforme Abgeltung der Feiertagsarbeit. Wer z. B. 8 Stunden arbeitet, muss 8 Stunden vergütet erhalten; wer normalerweise an Montagen 4 Stunden arbeitet, kommenden Montag jedoch 8, hat Anspruch auf Überstundenzuschläge für 4 Stunden.

Gemüter gespalten

Wie Fiel erinnerte, hatte der Feiertag am 8. Dezember vor allem deshalb regelmäßig die Gemüter gespalten, weil die benachbarte Schweiz und Deutschland keinen Feiertag begehen. Also fürchtete der Handel, dass die Vorarlberger (und eben auch Salzburger) scharenweise zu den Nachbarn „fremdgehen”, wenn hierzulande die Rollbalken herunten bleiben. Wie Marketingleiter Martin Fenkart von Spar Vorarlberg auf Anfrage erklärte, halten am Montag 37 der ca. 40 Spar-Filialen geöffnet. Die selbstständigen Spar-Geschäfte, vorwiegend in kleinen Gemeinden situiert, sind meist zu. Die Filialen sind in der Regel von 10 bis 18 Uhr offen, die Bistros in den Eurospar-Märkten schon ab 7.30 Uhr. Mag. Alexander Kappaurer von Sutterlüty bestätigte, dass sämtliche Filialen – auch jene im ländlichen Raum – von 10 bis 18 Uhr offen halten, um auch in den Talschaften den Lebensmitteleinkauf zu ermöglichen. Zur gestrigen Ankündigung von Billa, durch Schließung aller Filialen „den Schutz des 8. Dezember zu unterstützen” und so ein Zeichen in Richtung Belegschaft und Gesellschaft zu setzen, meinte Kappaurer: „Es stimmt, dass auch wir lang am 8. Dezember zu hatten, um so unseren MitarbeiterInnen ein gemütliches Einkaufen mit ihrer Familie zu ermöglichen. Wenn wir jetzt offen halten, ist dies primär darin begründet, dass sich Einkaufsverhalten und Erwartungshaltung der Kunden massiv in Richtung offener Geschäfte verschoben haben und auch die MitarbeiterInnen selbst signalisierten, dass sie einen faktisch doppelten Zahltag für diesen Feiertag durchaus nicht verschmähen wollen. Damit ist beiden Anliegen Rechnung getragen.”

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