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"Einen blöden Sport erwischt!"

Das Vorarlberger Radsportteam zerfällt nach dem Dopingvergehen seines Fahrers Patrick Kofler nicht. Dessen ist sich Manager Thomas Kofler sicher.

Am 19. Jänner wurde Patrick Kofler (24) wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrt. Sein Bruder Thomas, Manager des Vorarlberger Radrennteams Volksbank Ideal Leingruber, war sich zum damaligen Zeitpunkt nicht sicher, ob es in Vorarlberg weiterhin ein GS-III-Team geben wird.

NEUE: Thomas, du meintest kurz nach Bekanntgabe des Dopingfalls, Patrick muss alleine damit fertig werden.
Thomas Kofler: “Das meine ich auch jetzt noch. Aber ich habe ihm auch gesagt, er soll an den Wochenenden zu uns kommen. Unter der Woche ist er ja in Salzburg in der Schule. Derzeit ist er auch gegenüber uns ziemlich verschlossen, der Sport war sein ein und alles.”

Wie waren die Tage danach? Was musstest du dir alles anhören?
Thomas Kofler: “Erst einmal war es eine Frechheit, dass sofort nach Bekanntwerdens des Falls ein Fax an die Medien ging, auf dem Dinge standen, von denen nicht einmal wir etwas gewusst haben. Dann haben wir mit unseren Sponsoren und Fahrern gesprochen. Es gab natürlich nicht nur Positives zu hören, aber sehr viele haben verständnisvoll reagiert.”

Wird es das Vorarlberger Radrennteam also weiterhin geben?
Thomas Kofler: “Auf jeden Fall, das Team zerfällt nicht, unsere Hauptsponsoren halten zu uns. Andere Sportarten leben auch weiter. Obwohl wir einen blöden Sport erwischt haben, bei dem jeder Skandal größtmöglichst ausgebreitet wird.”

Welche Konsequenzen zieht ihr daraus?
Thomas Kofler: “Wir haben mit allen Fahrern gesprochen, auch wenn sie zum Teil sehr weit verstreut sind. Wir werden verstärkt mit der Sportmedizin arbeiten, wobei wir uns eine komplette sportmedizinische Überwachung aus finanziellen Gründen nicht leisten können. Aber ich kann nur immer wiederholen, dass wir nicht auf jeden unserer 17 Fahrer 24 Stunden am Tag aufpassen können. Jeder muss wissen, was er tut. Das wusste auch Patrick. Aber vielleicht war es ein Wink mit dem Zaunpfahl – nicht nur für uns.”

Euer Saisonstart steht fest?
Thomas Kofler: “Natürlich. Es ist der 7. März, beim Grand Prix Lago Maggiore. Da werden wir sportlich reagieren. Unser Team wird stärker als noch im vergangenen Jahr sein, als wir schon zahlreiche Topplatzierungen herausgefahren haben.”

Wo werdet ihr fahren?
Thomas Kofler: “Die Deutschland-Tour vielleicht. Sicher aber als einziges GS-III-Team die Niedersachsen-Rundfahrt. Und etliche gutbesetzte Rennen in Europa.”

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