Eine Wanderung zu Geschichte und Technik

Die erste VKW-Wanderung brachte den Teilnehmern auch Historisches näher.

Schwarzenberg. (VN-mm) „Da sind jede Menge bekannte Gesichter dabei“, tönte es durch die Reihen der Teilnehmer der ersten VKW-Wanderung dieses Sommers. Tatsächlich hat sich seit dem Start der Wanderreihe eine treue Fangemeinde gebildet, die mit ungebrochenem Interesse auf den Spuren der Wasserkraft wandelt. So war auch die Wanderung von Bödele über Schwarzenberg zum Kraftwerk Andelsbuch binnen kürzester Zeit nach Ausschreibung ausgebucht. Gut 120 Personen von jung bis älter machten sich unter der Führung von Karl Dörler, Geschäftsführer der VKW-Ökostrom-Gesellschaft, auf einen zum Teil sehr selektiven Weg. Denn der Starkregen der vergangenen Woche hatte auch auf der Wandertrasse seine Spuren hinterlassen.

Im Gänsemarsch
Dafür passte das Wetter, wich der kühle Morgen doch bald einem angenehm warmen Tag. Am Bödele wurden die Gäste von Karl Dörler und dem Schwarzenberger Bürgermeister Armin Berchtold begrüßt. Seine Leidenschaft für die Geschichte des Landes nutzte der VKW-Öko-Chef auch gleich für einen Exkurs durch selbige, was die Entwicklung des Bödeles betraf. Danach folgte eine Erklärung zum imposanten Bergpanorama. Winterstaude, Ifen, Diedamskopf, Widderstein und Kanisfluh, manche noch mit Schnee bestäubt, stachen in den blitzblauen Himmel.

Weiter ging es im Gänsemarsch über Moorflächen, steile schmale Stege, über Brücken, unter denen die Wildbäche rauschten, und durch schattige Wälder. Vorsicht war aufgrund der schwierigen Verhältnisse angebracht. Wohlbehalten kamen schließlich alle beim Hochbehälter Schwarzenberg-Vorderthalb an. Dort erwartete Andreas Wolf, Obmann der Wassergenossenschaft, die VKW-Wanderer. Die Genossenschaft, nach Rankweil die zweitgrößte im Land, wurde 1949 gegründet. Über einen Notverbund wird auch Egg mit Trinkwasser versorgt. „Wir verfügen über Wasser aus Schutz- und Schongebieten“, verdeutlichte Wolf den Wert.

Eine Besonderheit ist für Schwarzenberg auch Angelika Kauffmann. Weil das gleichnamige Museum zu klein für die große Gruppe war, betätigte sich Pfarrer Josef Senn als Fremdenführer und erläuterte die Bedeutung der Malerin anhand ihrer Bilder in der Pfarrkirche. Schließlich führte die Tour noch zum Kraftwerk Andelsbuch, dessen Außenanlagen vom Wehr Bezau bis zum Kraftwerk Alberschwende reichen. Markantester Punkt ist aber das Häuschen, das beim Ausgleichsweiher oberhalb der Landesstraße in Andelsbuch steht. Wie Karl Dörler den interessierten Teilnehmern erklärte, zählt der Bregenzerwald zu einer der niederschlagsreichsten Regionen, sodass an neun von zwölf Monaten mindestens 8000 Liter Wasser pro Sekunde entnommen werden können. In Trockenperioden reduziert sich die Menge auf etwa 2000 Liter pro Sekunde.

Nach so viel Historie, Technik und Lauferei hatten sich alle die Jause wohlverdient.

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