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Eine Vorzeigefarm der Tiere

Hereinspaziert, ihr lieben Ferkel: Peter Gmeiner nimmt die jungen Schweine, die gerade vom Ausgang zurückkommen, in Empfang.
Hereinspaziert, ihr lieben Ferkel: Peter Gmeiner nimmt die jungen Schweine, die gerade vom Ausgang zurückkommen, in Empfang. ©VOL.AT/ Klaus Hartinger
Langenegg - Sonja und Peter Gmeiner empfinden Respekt vor Tieren als Erhöhung der Lebensqualität.

Man kommt auf einem Bauernhof an und verlässt einen Mikrokosmos. Ergebnis des Besuches bei den Gmeiners in Langenegg. Dort, wo sich die Tiere zwischen einem Aufenthalt in der frischen Luft oder im warmen Stall entscheiden können; wo die Henne friedlich neben dem Jungstier einherspaziert und nur aufpassen muss, dass sie von diesem nicht unabsichtlich zertreten wird; wo die kleinen Ferkel in ihren Behausungen immer frecher werden und dem Fremden mit infantilem Grunzen näher und näher kommen.

Bewegungsfreiheit

Mitten drin fühlt sich Peter Gmeiner (42) am wohlsten. Geschmeidig bewegt er sich mitten unter seinen Kühen und Stieren, die sich gerade einen Spaziergang im Freien gönnen. Jedem der Tiere tätschelt er auf dessen massigen Körper. 60 Mutterkühe, Stiere und Kälber hat er auf seinem Hof. Und die haben es im Laufstall, der Bewegungsfreiheit garantiert, herrlich. „Natürlich kostet ein Laufstall. Aber ich will, dass es den Tiere in jener Zeit, in der sie leben, gut geht. Geht’s nämlich den Tieren gut, geht es auch uns gut”, philosophiert der Landwirt.

Die Beziehung

Man will sich gar nicht vorstellen, wie es ihm geht, wenn er jene Tiere, die er jetzt noch liebevoll tätschelt, ins Schlachthaus führt. „Es ist dies einfach die Nahrungskette”, bemüht sich Gmeiner um einen rationalen Ansatz in seiner Antwort auf diese Frage. Doch dass die Gefühle trotzdem nicht ganz beiseite geschoben werden können, beweist die Tatsache, dass er seinen Kälbern keine Namen gibt. Damit nicht eine zu nahe Bindung entsteht.

Bei seinen rund 30 Schweinen hat er diese Probleme nicht. „Aber nicht deswegen, weil ich sie weniger als Lebewesen achte, sondern einfach deswegen, weil ich mit den Kühen viel mehr Zeit verbringen muss. Und da entsteht eben leichter Beziehung.”

Glückliche Hühner

Die hat auch Tochter Lienne mit den rund 100 Hühnern. „Lienne kann sie unterscheiden und hat einigen von ihnen sogar Namen gegeben”, schmunzelt Peter Gmeiner. Doch auch die Hühner ereilt im fleischverarbeitenden Betrieb dasselbe Schicksal wie die meisten anderen Geschöpfe auf der Tierfarm: Sie werden nach gut einem Jahr geschlachtet und stehen dann als Qualitätsnahrungsmittel nachhaltigkeitsbewussten Konsumenten zur Verfügung. Das Willhelm-Busch-Schicksal „Jedes legt noch schnell ein Ei, und schon eilt der Tod herbei” wird dem Federvieh am Gmeiner-Hof dennoch nicht zuteil. Die Hühner leben dort glücklich und mit viel Bewegungsfreiheit. Ihre Tagesproduktion liegt bei einem Ei pro Huhn.

„La Wurscht”

Während Peter Gmeiner auf dem Hof schuftet, führt seine Frau Sonja (40) das eigene Lädele mit Namen „La Wurscht” im Dorfzentrum von Langenegg. Dort werden Nahrungsmittel aus eigener Produktion sowie ausgesuchte Delikatessen aus dem Piemont verkauft. „Und dann haben wir auch noch Weine aus Österreich”, zeigt Sonja Gmeiner stolz auf die Vitrine – voll mit erlesenen Tropfen aus österreichischen Weingebieten.

VOL.AT/ Hartinger
VOL.AT/ Hartinger ©VOL.AT/ Hartinger

„Wir sind glücklich”, sagt Peter Gmeiner mit einem zufriedenen Seufzer. 2004 hatten sie gemeinsam den Hof von Sonjas Vater übernommen. „Damals befand sich nur ein Kalb im Stall”, erinnert sich Peter. „Nach und nach haben wir den Hof zu dem entwickelt, was er heute ist.” Neu hinzugekommen ist vor Kurzem die Milchproduktion. „Fleisch alleine ist ein bisschen zu wenig”, räumt Peter Gmeiner ein. „Wenig” ist für seine Biografie überhaupt alles andere als zutreffend. Gmeiner hat in seinem Leben bereits viel gemacht. Er ist gelernter Blechschlosser ebenso wie ausgebildeter Musiker und Musiklehrer. Musiker wollte der Trompetenspieler auch ursprünglich werden, in der Musikschule landete er schließlich. „Das wollte ich nicht”.

Jetzt haben er und Gattin Sonja mit dem Hof und Lädele, das im Ortszentrum von Langenegg angesiedelt ist, ihre Erfüllung gefunden. Das tut nicht nur ihnen gut, sondern auch den Tieren. Den Tierschutzpreis haben sie sich redlich verdient. „Wir freuen uns sehr darüber.”

Zitat: Ich bin mit meiner Arbeit auf dem Hof glücklich und zufrieden. Peter Gmeiner

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