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Eine Stadtgemeinde im Leiblachtal gefordert

BZÖ-Nationalratsabgeordneter Hagen sieht "gewaltiges Sparpotenzial".
BZÖ-Nationalratsabgeordneter Hagen sieht "gewaltiges Sparpotenzial". ©VN
Lochau - Gemeinden zusammenlegen und Kosten einsparen: BZÖ fordert dies, Bürgermeister sehen keinen Sinn darin.
Grafik: Gemeinden zusammenlegen?

Es ist ein Vorschlag, der nicht zum ersten Mal auf den Tisch kommt: Verwaltungskosten einsparen, indem Gemeinden zusammengelegt werden. Das BZÖ Vorarlberg ist der Meinung, das würde in der Region Leiblachtal funktionieren. Aus fünf mach eins! Lochau, Hörbranz, Hohenweiler sowie Möggers und Eichenberg werden zu einer Stadtgemeinde zusammengelegt. „Das Sparpotenzial ist gewaltig“, ist sich BZÖ-Nationalratsabgeordneter Christoph Hagen (43) sicher. Anhand der Beispiele Sozialsprengel Leiblachtal und der Bauverwaltung könne man sehen, dass es funktioniert. „Nur Lochau kocht bei der Bauverwaltung sein eigenes Süppchen“, spart Hagen nicht mit Kritik. Hagen ist der Meinung, dass Kompetenzen auch in anderen Bereichen zusammengelegt und aus fünf Gemeinden eine Stadtgemeinde gemacht werden könne. Ein Bürgermeister, ein Gemeindeamt, ein Bauamt.

Mehr Bürger, mehr Förderungen

Doch nicht nur, dass mit der Verwaltungszusammenlegung aller fünf Gemeinden eingespart würde. Nein. „Fakt ist, wenn man 10.000 Bürger hat, kommt man bei den Förderungen viel günstiger davon“, sagt Hagen. Darüber hinaus sollten die Ressourcen besser genutzt werden können.

In Deutschland klappt es nicht

Die Idee allerdings stößt auf wenig Gegenliebe bei den Bürgermeistern. „Wir arbeiten dort zusammen, wo es Sinn macht“, erklärt Lochau-Bürgermeister Xaver Sinz (59) und fügt hinzu: „Das tun wir schon seit Jahren, und das sehr gut.“ „Das ist ein völliger Nonsens“, sagt sogar das Gemeindeoberhaupt aus Möggers, Georg Bantel (57). „An den Beispielen in Deutschland, wo Gemeinden großflächig zusammengelegt wurden, hat man gesehen, dass Kosten nicht eingespart werden“, sagt Bantel.

Dass ein großes Sparpotenzial vorhanden ist, das hält Wolfgang Langes (42), Bürgermeister in Hohenweiler, für einen Irrglauben. Weil „die Verwaltungsstrukturen bei Kleingemeinden schmal aufgestellt sind“. Ein Großteil der anfallenden Aufgaben werden in Ehrenämtern erledigt. Da Ehrenämter, wie beispielsweise die freiwillige Feuerwehr ortsbezogen sind, „wird das dann nicht mehr funktionieren, weil der Bezug fehlt“.
„Das ist eben das Kirchturmdenken der ÖVP. Man kann aber auch mit der Zeit gehen“, lautet Hagens Fazit.

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