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Eine Frau bestimmt den Festspielsound

Schwarzach - "Das Blech muss richtig ackern", kommentierte Johanna Doderer schon im Vorfeld der Uraufführung ihrer Fanfare für die Bregenzer Festspiele die Komposition.

Und so war es dann auch. Am 19. Juli des Vorjahres, zur ersten Eröffnung der Festspielsaison im neuen Haus am Bodenseeufer, legten sich die Wiener Symphoniker für die Komponistin aus Vorarlberg ins Zeug – und dem Publikum gefiel es. Mit Werken der in Wien lebenden Vorarlbergerin war es aber auch schon bestens vertraut.

Einige ihrer Kammermusik-Kompositionen kamen im Rahmen der Reihe „Kunst aus der Zeit“ in Bregenz zur Aufführung, die Oper „Die Fremde“ mit einem Medea-Stoff war vor einigen Jahren in Wien ein richtig großer Erfolg. Kontroversiell wurde das erst im vergangenen Herbst uraufgeführte Bühnen-Werk „Strom“ diskutiert. So soll es ja auch sein.

Auf Menschen zugehen

„Ich unterscheide nur zwischen guter und schlechter Musik“, betont die Komponistin im Gespräch und bezeichnet sich als “ Gegnerin der Unterscheidung von U- und EMusik“ . Die tonalen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. “ Ich finde es wichtig, auf die Menschen zuzugehen und nicht allein im Kämmerchen zu sitzen und dort vor sich hinzuschreiben.“ Auf besondere Weise ist die Künstlerin somit auch Vermittlerin zwischen beiden Polen. Eine, deren Musik von Kritikern aber stets ein eigenständiger Charakter attestiert wird.

Musik für Feldkirch

In nächster Zeit wird man besonders oft Gelegenheit haben, sich mit Werken von Johanna Doderer auseinanderzusetzen. Die Komponistin, die etwa auch Lieder des Vorarlberger Schriftstellers Wolfgang Hermann vertonte oder etwa bei den renommierten Klangspuren in Schwaz vertreten war, wird vom Opernregisseur und Bühnenbildner Philippe Arlaud besonders geschätzt.

Der erst vor wenigen Wochen zum Leiter des Feldkirch-Festivals bestellte Franzose hat Arbeiten von ihr im ersten von ihm verantworteten Programm, das er heute vorstellt. Ende Mai findet zudem eine Doderer-Uraufführung in München statt und eine abendfüllende Oper ist in Arbeit.

ZUR PERSON

Beruf: Komponistin
Geboren: 1969 in Bregenz
Ausbildung: Konservatorium in Feldkirch, Hochschulen in Graz und Wien
Werke: Oper „Strom“, „Die Fremde“ u. a. zahlreiche Lieder und Werke für Kammermusik-Ensembles, u. a. Auftragswerk für die Bregenzer Festspiele (darunter die Fanfare), nun Zusammenarbeit mit dem Feldkirch-Festival
Wohnort: Wien

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