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Eine Frage der Ehre: „Ghost of Tsushima“ im Game-Test

„Ghost of Tsushima“
„Ghost of Tsushima“ ©Sucker Punch Productions
PS4-Schwertkämpfer stehen im feudalen Japan vor der Gameplay-Wahl: Stolzer Samurai oder heimtückischer „Geist“?

(PS4) Mit „Ghost of Tsushima“ hat das Entwicklerstudio Sucker Punch Productions (bekannt für die „Sly“- und „InFamous“-Games) eine neue Erfolgs-Serie auf der PlayStation gestartet, die sich bislang rund 2,5 Millionen mal verkauft hat. Im Jahr 1274 wird die Insel Tsushima von der mongolischen Armee überrannt. In der Rolle von Jin Sakai, der von seinem Onkel zu einem Samurai ausgebildet wurde, stellen wir uns dem Kampf gegen den übermächtigen Feind. Doch während echte Samurai ihren Gegnern Aug in Aug im offenen Zweikampf begegnen, ist es ratsam den Ehrenkodex abzulegen und zum „Geist“ von Tsushima zu werden. Als Geist nutzen wir (eher simple) Schleich-, Tarn- und Täusch-Taktiken und meucheln hinterrücks.

In Sachen Kampf greift „Ghost of Tsushima“ auf Bewährtes zurück: Man wählt zwischen schnellen oder starken Attacken, kann ausweichen oder im richtigen Moment Angriffe parieren. Mit unserer „Entschlossenheit“-Energie heilen wir uns oder vollführen Spezialangriffe. Richtig neu sind dabei die vier erlernbaren „Haltungen“, die auf bestimmte Gegner-Klassen zugeschnitten sind: Schwertkämpfer, Speerkämpfer, Gegner mit Schild und Barbaren. Da Feinde aber nicht selten Hybride aus mehreren Klassen sind, muss dynamisch zwischen den Haltungen gewechselt werden. Die Fights sind anspruchsvoll, aber nicht zu hart (deutlich einfacher als in „Sekiro“), auf jeden Fall aber immer ein intensives Erlebnis. Und ist doch mal ein Feind unbezwingbar, flüchten wir im Sichtschutz einer Rauchbombe. Das Kampfsystem ist definitiv ein Highlight des Games!

Unser Held Jin wird im Laufe des Spiels – also mit absolvierten Missionen – immer besser, indem er neue Skills wie beispielsweise bessere Hiebe oder Pfeilabwehr lernt. Auch wenn Jin stets primär mit seinem treuen Schwert kämpft, bekommt er immer wieder nützliches Equipment, das sich vielfach auch aufrüsten lässt. Craften darf man freilich auch wieder (ein wenig).
Das zweite Highlight und damit die wohl größte Stärke von „Ghost of Tsushima“ ist die wunderschöne offene Welt. Von den Lichteffekten über die Architektur der Dörfer bis hin zum letzten wehenden Grashalm – jedes Detail ist Zeugnis der Liebe, die in dem Spiel steckt. Sozusagen als Verbeugung vor dem Genre der klassischen Samurai-Filme, insbesondere der Werke des japanisches Regisseurs Akira Kurosawa, gibt es sogar einen eigenen „Kurosawa-Modus“ in Schwarzweiß.

Statt neonfarbener Pfeile zeigt ein sanfter Windstrom an, wo auf der Insel das nächste Abenteuer auf GamerInnen wartet. Gut 20 Stunden ist man rein mit der Hauptstory beschäftigt. Abseits davon warten zahlreiche (oft angenehm kurze) Nebenquests mit spannenden Charakteren und mystischen Belohnungen. Erzählt z.B. ein Passant am Wegesrand von einem Zauber-Bogen, darf man sich sicher sein, am Ende der Mission selbigen in Händen zu halten.

Fazit: „Ghost of Tsushima“ ist großes Samurai-Kino. In einer bildschönen Open World und eingebettet in eine durchaus emotionale Story bietet es einen faszinierenden Gameplay-Mix aus „Assassin's Creed“ und „Sekiro“. Eigentlich altbekannte Elemente werden so stimmig in das neue Szenario übersetzt, dass alles neu und eindrucksvoll wirkt. Da verzeiht man auch, dass die Schleich-Elemente und die Gegner-Intelligenz etwas schlicht ausgefallen sind. Als letzter Exklusiv-Titel ist „Ghost of Tsushima“ ein würdiger Abschluss für die PS4-Ära.

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