Ein Schulcampus für den Schulerhalterverband Hittisau

Umgesetzt wird das Projekt des Dornbirner Architekten Matthias Bär.
Umgesetzt wird das Projekt des Dornbirner Architekten Matthias Bär. ©Architekt Matthias Bär
Ab 2020 wird ein Sanierungsprojekt umgesetzt, das Volks-, Mittel- und Polytechnische Schule umfasst.
Schulcampus Hittisau

Hittisau. Wenn alles nach Plan verläuft, wird im Sommer 2020 der Spatenstich für den Neu- und Umbau der Hittisauer Schulen gesetzt. Dann geht ein Projekt in Umsetzung, mit dessen Planung bereits vor sechs Jahren begonnen wurde. 2013 wurde der Beschluss gefasst, für die anstehenden Baumaßnahmen im Bereich der Schulen von Seiten der Schulerhaltergemeinden jährlich 200.000 Euro Rücklagen zu bilden. Anschließend wurde ein Raumkonzept, basierend auf dem pädagogischen Konzept der Schulen, erarbeitet, mit dem Ziel, Schulen zu schaffen, die möglichst flexibel sind und verschiedenste Unterrichtsformen ermöglichen. Dem zusätzlichen Raumbedarf aufgrund der hohen Geburtenzahlen in allen Mitgliedsgemeinden des Schulerhalterverbandes – Hittisau, Riefensberg und Sibratsgfäll – sollte damit Rechnung getragen werden. Auch eine zusätzliche Turnhalle war von Anfang an im Konzept vorgesehen.

Traditionelle Gliederung

Anfang 2018 wurde von den Gemeinden ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, mit der Voraussetzung die Schulerweiterung/-sanierung auf dem bestehenden Grundstück umzusetzen. Die limitierte Kostenobergrenze wurde auf 24 Millionen Euro festgesetzt. „Wir möchten nicht die erstbeste Lösung sondern möglichst die beste Lösung“, begründet der Hittisauer Bürgermeister die Entscheidung für einen Architekturwettbewerb. Noch bevor der Wettbewerb ausgeschrieben wurde, wurde der Kostenschlüssel für die Finanzierung wie folgt beschlossen: Die Gemeinde Hittisau als Standortgemeinde trägt 82,774 %, die Gemeinde Riefensberg 13,824 % und Sibratsgfäll 3,402 % der Umbau- und Sanierungskosten. Der hohe Kostenanteil für die Gemeinde Hittisau begründet sich großteils damit, dass die Volksschule zur Gänze zur Gemeinde Hittisau gerechnet wurde. Am 26. Juli 2918 schließlich fand die Jurysitzung zum Architekturwettbewerb statt – als Siegerprojekt ging das Projekt des Dornbirner Architekten Matthias Bär hervor.

Eines der Hauptmerkmale des Siegerprojektes ist, dass es die traditionelle Gliederung in einzelne Schulhäuser, wie im Bregenzerwald bewährt, beibehält. Der Entwurf folgt dem Konzept der „Campusschule“ mit kleinmaßstäblichen Einzelgebäuden und fein differenzierten Außenräumen. Aus dem bestehenden Schulkomplex wird lediglich der Hartl-Bau von 1991 (derzeit Mittelschule) erhalten – die restlichen Gebäudeteile werden abgetragen. Der freigestellte Bestand wird durch zwei neue Häuser ergänzt. Die verschiedenen Nutzergruppen erhalten eigene Eingänge und separierte Pausenplätze, aber einen Festplatz, einen Sportplatz und eine große Spielwiese. Die zwischen den Gebäuden liegenden Außenräume bilden das kommunikative Zentrum der Anlage. Durch die Situierung der Aula und Turnhallen in einem eigenen Haus, soll eine klare Gliederung und Trennbarkeit der rein schulischen von den außerschulischen Nutzungen gegeben sein.

Feingliedrige Holzbauten

Die jüngsten Schüler, die Volksschüler, werden im Bestand untergebracht. Die Raumstruktur der Volksschule lässt sich hier unter einfachen baulichen Anpassungen umsetzen. Es entstehen groß geschnittene Räume, in denen sich die zeitgemäßen Lernformen gut umsetzen lassen. Die Mittelschule und die Polytechnische Schule werden im neuen Schulhaus im Westen untergebracht. Die Aula und die Turnhallen werden sich im zentralen Gebäude an der Achse zum Frauenmuseum befinden. Die Häuser werden durch einen Verbindungstrakt im Tiefparterre/Untergeschoss verbunden – dieser ermöglicht gleichzeitig die barrierefreie Anbindung an den gemeinsamen Kreativbereich im Tiefparterre des Bestandes (neue Volkschule).

Die neuen Schulhäuser werden als feingliedrige Holzbauten mit naturbelassener Holzfassade umgesetzt und orientieren sich in Gestalt und Dachform am benachbarten Frauenmuseum. Der Innenraum wird überwiegend mit naturbelassenen warmen Holzoberflächen ausgestattet. Das Bestandsgebäude behält seine Gestalt und wird nach Bedarf sanft saniert. Das Projekt von Matthias Bär erlaubt eine einfache Etappierung der Bauarbeiten – die Mittelschule kann bis zur Fertigstellung der Neubauten im Bestand bleiben und anschließend direkt in den Neubau umziehen. Somit wird lediglich für die Volksschule und die Polytechnische Schule ein Provisorium von derzeit 4+3 Klassen benötigt.

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