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Ein neues Image für die Queen

©AP
Der Tod von Prinzessin Diana vor zehn Jahren stürzte die britische Monarchie in eine der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte.

Die Popularität von Thronfolger Prinz Charles sank in ungekannte Tiefen. Mehr als die Hälfte der Briten wollte lieber seinen Sohn William auf dem Thron sehen als den Mann, den sie für Dianas tragisches Schicksal verantwortlich machten.

Das Königshaus musste also reagieren. „Der Fall Diana hat die Art geändert, wie die königliche Familie sich zu präsentieren versucht, er hat ihr bewusst gemacht, das sie Rechenschaft schuldig ist“, analysiert Max Clifford, Chef einer renommierten PR-Agentur. „Ich bezweifle, dass die Königin ihr Leben seither tatsächlich geändert hat, aber sie erweckt zumindest den Anschein – und das ist, was in der Öffentlichkeitsarbeit zählt.“

Heute scheint die Monarchie stabil, Königin Elizabeth II. ist beliebter denn je und selbst Charles und seine neue Frau Camilla, vor zehn Jahren noch gehasst, werden respektiert ý unvorstellbar nach dem 31. August 1997. Während das weinende Volk hunderttausende Blumensträuße vor den Toren des Buckingham- und des Kensington-Palastes ablegte, verschanzten sich die Queen und ihr Sohn auf Schloss Balmoral in Schottland und schwiegen sich aus.

„Wo ist die Königin?“, wetterte das Boulevardblatt „The Sun“ damals und sprach damit den empörten Briten aus der Seele. Das republikanische Lager sah den Zeitpunkt zur Abschaffung der Monarchie gekommen. Während der damals frisch gewählte Premierminister Tony Blair sichtlich bewegt die „Königin des Volkes“ würdigte, brach die Queen erst am Tag vor der Beerdigung mit einer Fernsehansprache ihr kaltes Schweigen.

„Nach Dianas Tod herrschte in Buckingham stillschweigendes Einvernehmen, dass sich etwas ändern muss“, verriet die ehemalige Privatsekretärin der Königin, Mary Francis, vor kurzem in einem Interview mit der BBC. „Das ging auf sehr britische Art vonstatten, ohne dass man viel darüber hätte reden müssen.“ Hinter den Kulissen begannen die PR-Strategen, der königlichen Familie ein menschlicheres Image zu verpassen – vor allem der Queen, die im Ruf stand, sich mehr um das Wohlergehen von Hunden und Katzen als um das ihrer Mitmenschen zu sorgen.

Die öffentlichen Auftritte der Königin haben sich seither verändert. Ihrem neuen Image gemäß besucht sie auch mal ein Pub, ein McDonald’s-Restaurant oder einen hinduistischen Tempel. Sogar mit einem Popkonzert im Park des Buckingham Palace zum 50. Amtsjubiläum war sie einverstanden.

Auch Charles, lange wegen seiner hochmütigen Steifheit verspottet, unternahm ý unter Anleitung eines Kommunikationsberaters – mehr oder weniger überzeugende Anstrengungen, sein Image rechtzeitig vor der Thronbesteigung aufzupolieren. Es gelang ihm nach und nach Sympathie zurückzugewinnen, vor allem als liebevoller Vater von Harry und William ý den Kindern, die Diana so geliebt hatte.

Schließlich akzeptierten die Briten sogar die Heirat mit Camilla Parker-Bowles. Allmählich hätten die Briten festgestellt, dass Camilla in Wahrheit gar nicht der „Rottweiler“ ist, als den Diana sie titulierte, sagt die Charles-Biografin Penny Junor. „Sondern eine charmante, freundliche, ungezwungene und gar nicht so ehrgeizige Person. Ihre öffentliche Wahrnehmung veränderte sich zu 100 Prozent.“

„Die Königsfamilie versucht, ein menschlicheres Gesicht zu zeigen. Es ist ihr klar geworden, dass sie mit der Zeit gehen muss“, resümiert PR-Mann Clifford. Der Inbegriff für Moderne bei den Windsors ist Charles’ 25-jähriger Sohn William, dessen Freundin Kate Middleton bereits als die neue Diana gehandelt worden war. „Ich denke, die Zukunft der Monarchie hängt von William ab, davon, ob er der Sohn seiner Mutter oder der seines Vaters sein wird“, sagt Clifford. „Wenn es ihm gelingt, so beliebt wie seine Mutter zu werden, dann ist die Zukunft der Monarchie gesichert.“

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