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Ein modernes Metal-Märchen

Schwarzach - In der Popmusik mag man ja noch ans Märchenland und Happyends glauben. In der geringfügig düstereren Metal-Szene dürften selbige aber eher spärlich gesät sein.

Zeichen und Wunder geschehen aber eben doch – und das just in Vorarlberg.

Es waren einmal vier Jungs, die sich in Dornbirn zu einer Band formierten, dieser den klangvollen Namen „The Sorrow“ gaben und mit bösen Gitarrenriffs und tiefgründiger Melodik das Metal-Genre aufmischen wollten. Das gelang Mätze Schlegel, Andreas Mäser, Tobi Schedler und dem erst 21-jährigen Dominik Immler Anfang diesen Jahres mit einem Demo-Tape, das die Jungs an die angesehene deutsche Fach-Musikzeitschrift „Metalhammer“ schickten. „Die haben uns glatt zum Demo des Monats Februar gekürt“, grinst Schedler heute.

„Kurz darauf kamen Anfragen von überallher. Wir hatten plötzlich ein Management, das uns unheimlich viel Arbeit abgenommen hat“, erzählt der 27-jährige Schlegel – und schließlich kam der Plattendeal.

Am Freitag erscheint das Debüt-Album „Blessings from a Blackened Sky“ der vier jungen Männer auf dem Label Drakkar Records/Sony BMG, bei dem übrigens auch die durch den Songcontest bekannt gewordene finnische Hardrock-Band „Lordi“ gesignt ist. Publiziert wird das Album nicht etwa nur im deutschsprachigen Raum: „Wir erscheinen in 21 Ländern auf vier Kontinenten“, kann sich Schedler eines Grinsens nicht erwehren.

Stolz seien sie schon irgendwie. „Aber eigentlich haben wir gar keine Zeit, stolz zu sein“, sagt Schlegel: „Wir müssen im Moment fast täglich Interviews geben und arbeiten ja nebenher alle noch. Zudem waren wir immer schon eine Band, die unheimlich viel und gerne geprobt hat.“ Der Druck, der derzeit auf der jungen Band lastet, tut sein Übriges: „Wir müssen in nächster Zeit so viel beweisen. Wir sind zum größten Festival der Szene, dem Wacken Open Air, eingeladen, planen im Herbst eine Europa-Tour“, erzählt Gitarrist Andi Mäser.

Dass die Metal-Szene immer größer wird kommt „The Sorrow“ zugute. „Die Soundrichtung wird salonfähiger“, sagt Schedler. Mit Genreunkundigen habe man bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht: „Klar, im ersten Moment denken viele, dass Metal nur Geschrei ist – aber viele erkennen schon die Melodik“, ist Schedler überzeugt.

Ein vorläufiges Happyend hat das moderne Metal-Märchen „Made in Vorarlberg“ bereits. Geht man aber von der Meinung der vier Musiker aus – „ist das erst der Anfang!“

„Blessings from a Blackened Sky“ erscheint am Freitag bei Drakkar Records/Sony BMG. Wer „The Sorrow“ live erleben möchte, kann das beim Lustenauer Szene Open Air, das vom 2. bis 4. August am Alten Rhein stattfindet. Web

ZUR PERSON

  • Mätze Schlegel
  • Sänger und Gitarrist
  • Beruf: Zeltaufbauten-Monteur
  • Ausbildung: Matura
  • Laufbahn: Schon vor Jahren erste Konzerte mit der Band „Disconnected“, nach Besetzungsänderungen und schrittweiser Neuorientierung Neugründung „The Sorrow“
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