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Ein Leben für die Kinder

Das im Studienverlag erschienene Buch "idealistisch und wagemutig" holt 15 Pionierinnen der SOS-Kinderdorf-Bewegung vor den Vorhang. Auch Henriette Rieder gehört dazu.

Dornbirn – Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau. Der Satz mag abgedroschen klingen, hat aber immer noch seine Berechtigung. Auch Hermann Gmeiner, Begründer der SOS-Kinderdörfer, konnte bei der Umsetzung seiner Ideen auf Frauen zählen. Doch obwohl sie die Aufbauphase wesentlich mitgestaltet haben, sind sie bislang weitgehend unbekannt geblieben. Das im Studienverlag erschienene Buch “idealistisch und wagemutig” holt 15 dieser Pionierinnen nun vor den Vorhang. Eine von ihnen ist Henriette Rieder aus Dornbirn.

Lieblingsprojekt

Sie gründete und leitete in Innsbruck die erste Mädchenwohngemeinschaft von SOS-Kinderdorf. “Es war ein Lieblingsprojekt von Hermann Gmeiner”, sagt die heute 71-Jährige lächelnd. Dass sie es verwirklichen konnte, macht sie stolz. Ja, er sei oft bei ihnen zu Gast gewesen. Oft und gerne. “Er hat die Einrichtung immer als Haus mitten im Leben bezeichnet”, erzählt Henriette Rieder. Denn statt den aufmüpfigen pubertierenden Nachwuchs irgendwo außerhalb unterzubringen,

zog die gebürtige Kärntnerin mit den Mädchen in einen Wohnbock mitten in der Stadt. Für die Sechzigerjahre eine revolutionäre Vorgehensweise. Ebenso wie die Tatsache, dass die Betreuerin unter dem gleichen Dach lebte. Aber Henriette Rieder empfand es als ” sehr wichtig, weil mit allem sorgfältiger umgegangen wird” . So glich die Unterkunft mehr einem Daheim als einer Institution für schwer erziehbare Jugendliche.

Benachteiligte Mädchen

Fast 17 Jahre stand Henriette Rieder dem sich ständig wechselnden Vielmäderlhaus vor. “Der schönste Teil meiner Berufstätigkeit”, resümiert die sympathische Frau. Schließlich konnte sie einiges bewegen. Zu Beginn ihrer Tätigkeit hatten Mädchen nur “wenig Gewicht” im SOS-Kinderdorf. “In die Buben wurde mehr investiert. Mädchen hingegen mussten stopfen und nähen” , erinnert sich Rieder. In der Wohngemeinschaft konnte sie ihnen vermitteln, dass es noch mehr gibt. Eines der zentralen pädagogischen Ziele von Henriette Rieder: “Die Mädchen sollten sich selbst erkennen.” Den meisten ist es gelungen. “Es sind tolle Frauen geworden” , freut sie sich. Mit manchen hat sie sogar noch Kontakt.

Sinn des Lebens

Auch bei Henriette Rieder veränderte sich einiges. Vor 25 Jahren zog sie mit ihrem Mann nach Dornbirn, wo er die Leitung des SOS-Kinderdorfes übernahm. Sie selbst arbeitete in der Fachaufsicht der SOS-Jugendeinrichtungen mit und war später für die Auswahl und Begleitung von Kinderdorfmüttern zuständig. ” Auch Frau des Dorfleiters zu sein ist ein Job” , meint sie lachend. Doch es schwingt ein bisschen Wehmut mit. Denn oft musste sie die eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Als Pensionistin versucht Henriette Rieder ein bisschen Versäumtes nachzuholen. Trotzdem: Der Sinn des Lebens stand für sie nie in Frage. “Die Arbeit mit den Mädchen und Frauen war das Schönste für mich.”

Henriette Rieder
Geboren: 6. April 1935 in Spittal/Drau
Wohnort: Dornbirn, verheiratet, 1 Sohn
Beruf: Sozialarbeiterin
Hobbys: Ehrenamtliches Engagement

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