Ein Jahr Neue Mittelschule: "Völlige Beliebigkeit bei Umsetzung"

Feldkirch/Wolfurt/Bregenz - Nach dem ersten Jahr "Neue Mittelschule" (NMS) fällt in Vorarlberg die Bilanz über den Schulversuch gemischt aus: Peter Fischer von der PH Feldkirch ortet eine riesige Geldvernichtungsaktion, die Finanzierung von zwei Jahrgängen der Vorarlberger Mittelschule (VMS) koste "mehr als alle Unterstufen-AHS zusammen" - und das bei "völliger Beliebigkeit" bei der Umsetzung.
Vorarlberg ab Herbst mit 51 Standorten

So seien nur an zwei Schulen im ersten Jahr wie vom Ministerium vorgegeben die Leistungsgruppen abgeschafft worden. Die Zusammenarbeit zwischen Hauptschule und AHS reduziere sich großteils auf gemeinsame Stadtführungen oder Sportnachmittage.

Dagegen lobt an der Hauptschule Wolfurt Elternsprecherin Eva Graf die zu erwartenden Änderungen im Schulsystem und “dass die Lehrer alle Fortbildungen machen müssen”. Bei den Eltern gebe es jedoch “viel Unsicherheit” wegen der geplanten Aufhebung der Leistungsgruppen. Der angekündigte “wahnsinnige Qualitätssprung” sei ausgeblieben, kritisiert Ingrid Scharf, Lehrerin an der VMS Feldkirch-Gisingen. Bei aller Kritik an den “zu zaghaften Versuchen einer Veränderung” sieht sie jedoch auch Verbesserungen: Es gebe mehr Team-Teaching und mehr Individualisierung. “Für ‘Offenes Lernen’ ist es aber noch immer zu wenig.”

Die VMS Bregenz-Vorkloster hat schon jetzt von der neuen Schulform profitiert. Laut Elternvereinssprecher Gernot Kiermayr brachte sie nicht nur mehr Ressourcen für die Arbeit mit “schwierigen” Schülern, sondern habe auch die Abwanderung guter Schüler an die Gymnasien gebremst. Direktor Tobias Albrecht spricht als einer der wenigen Befragten von einem “ersten wichtigen Schritt in Richtung Gesamtschule”: Sein Standort sei in den Regelklassen zu einer Restschule geworden. “Jetzt kommen auch bessere Schüler, es kommt zu Durchmischung”.

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