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Ein Jahr nach Covid-19 – Rückblick und Vorausschau

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Ein Jahr Covid-19: Experten wagten den Rückblick und die Vorausschau im Med Konkret Webinar. Video jetzt online nachsehen!

Wie belastend war das Jahr mit Covid-19? Im Video des Webinars lassen Primar Peter Cerkl, Leiter der Pulmologie im LKH Hohenems und Pflegedirektor Arno Geier das letzte Jahr Revue passieren und nehmen Stellung zur aktuellen Lage. Auch zahlreiche Teilnehmerfragen werden beantwortet.Interessierten steht der gesamte Vortrag HIER zum Nachsehen zur Verfügung.

Die Belastung während der Hochphase der Coronapandemie war enorm. Arno Geiger, Pflegedirektor im Landeskrankenhaus Hohenems erzählt von einem Mitarbeiter, der seinen Dienst quittierte, nachdem er die Todesanzeige eines Covid-19-Patienten gesehen hatte, den er davor sechs Wochen gepflegt hatte. Auch das macht Covid mit Menschen. "Das muss man erst einmal aushalten", so Arno Geiger.

Krankenhauspersonal war völlig überfordert

Das LKH Hohenems war neben dem LKH Bludenz im Frühjahr 2020 zum Covid-Schwerpunktspital umfunktioniert worden. Der erste Patient kam am 5. März. Es sollten noch viele folgen. "Es gab in der ersten Welle wenig Wissen über die Erkrankung, ihre Behandlung und wie sich alles entwickeln würde, aber wir mussten die Herausforderung trotz großer Unsicherheiten annehmen", berichtet Arno Geiger von anfänglichen Engpässen bei der Schutzausrüstung und bei Testkapazitäten, sodass Verdachtsfälle oft lange die Intensivbetten belegten. Dem Personal fehlte die Erfahrung im Umgang mit Covid-19, "es war total überfordert", räumt Geiger freimütig ein. Doch mit viel Engagement konnten die Hürden gemeistert werden.

Die zweite Welle

Als im Herbst die zweite Welle über das Land hereinbrach, waren die Krankenhäuser besser vorbereitet. Geiger berichtet: "Wichtig war, dass sich jetzt alle Spitäler um die Behandlung von Covidpatienten kümmerten, sodass zumindest ein eingeschränkter Normalbetrieb gefahren und das Personal so entlastet werden konnte." Auf den Intensivstationen stieg die Belastung allerdings, weil es mehr schwere Krankheitsverläufe gab. Zudem fielen Mitarbeitende selbst wegen Corona aus. "Jetzt sind alle müde", sagt der Pflegedirektor und betont die Notwendigkeit der Aufarbeitung des Geschehens sowie der intensiven Betreuung des Personals, um Abgänge zu vermeiden. Die kämen gar nicht gelegen, denn allein für die Intensivstationen gibt es laut Geiger einen Personalmehrbedarf von 30 bis 40 Prozent.

Medizinische Lage

Den medizinischen Rückblick im Video gibt Primar Peter Cerkl, Leiter der Pulmologie im LKH Hohenems. Auch er berichtet von vielen Unsicherheiten zu Beginn der Pandemie, von einer WhatsApp-Gruppe, in der er sich mit Experten aus Italien, Deutschland und den USA über Behandlungsmöglichkeiten von Covidpatienten austauschte. Medikamente? Künstliche Beatmung invasiv oder nichtinvasiv? Es galt, auf viele Fragen die passenden Antworten zu finden. Inzwischen zeigt sich alles klarer. "Die nichtinvasive hochdosierte Sauerstofftherapie wird, so lange es geht, einer maschinellen Beatmung vorgezogen", erläutert Cerkl. Wie sich die Lage insgesamt weiterentwickelt, lasse sich indes schwer sagen. Für den Lungenfacharzt steht jedoch fest, dass es im Kampf gegen die Pandemie mit Impfen nicht getan ist. "Wir brauchen eine Kombination aus Medikamenten und Impfen."

Wer den gesamten Vortrag sowie die Teilnehmerfragen nachsehen möchte, findet ihn HIER.

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