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Ein hell leuchtender Stern

Zum 20-Jahr-Jubiläum holte das Collegium Vocale unter Karl Matheisl die bereits 1994 aufgeführte Weihnachtskantate „Der Stern von Bethlehem“ des Vaduzer Komponisten Josef Gabriel Rheinberger aus dem Fundus.

Es setzte damit auf eine sichere Bank, wie zwei begeistert aufgenommene Konzerte am Wochenende in Widnau und Lustenau zeigten.

Rheinbergers neunteiliges Werk von 1891 ist zum Inbegriff romantischer Weihnachtsmusik geworden, samt dieser seltsamen Diskrepanz zwischen den naiv-einfältigen Texten seiner Gattin Fanny von Hoffnaass und der gekonnten Vertonung. Matheisl gelingt eine solide erarbeitete Gemeinschaftsleistung. Er setzt dabei auf die Gefühlsebene: fromme Wärme, erfüllte Hoffnung, aber auch höchste Dramatik.

Wünsche bleiben offen

Hier haben der Chor des Collegium Vocale und der Kirchenchor Balgach mit Durchschlagskraft und Klangfülle ihre stärksten Momente, erfüllen aber auch die tief gläubigen lyrischen Chöre mit Andacht und Ausdruck. Wünsche bleiben offen punkto Höhensicherheit der Soprane und in der Deutlichkeit der Aussprache. Als sicheres Fundament agiert das „hauseigene” Orchester, in dem man viele Gesichter aus Matheisls Rheintalischer Musikschule Lustenau entdeckt. Ein Abend, strahlend wie ein Stern in dunkler Zeit, mit Glanzlichtern der Sopranistin Birgit Plankel, die dem „Collegium” seit dessen Anfängen verbunden ist. Sie überstrahlt den Chor, vermag in innigen Momenten („Maria”) zu berühren. Mit edler Gestaltung, stimmungsvoll phrasiert, verkörpert der Bass Thomas Dobmeier solistisch und dann im Terzett mit Klaus Steppberger, Tenor, und Klaus Schredl, Bass, die betenden Hirten.

 

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