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Ein großer Geiger faszinierte

Der österreichische Meistergeiger Benjamin Schmid stand im Mittelpunkt.
Der österreichische Meistergeiger Benjamin Schmid stand im Mittelpunkt. ©Veranstalter

Im 3. Abo-Konzert des SOV war Benjamin Schmid mit seiner Stradivari zu Gast.

Feldkirch. Das neue Jahr 2010 begann für die Freunde von Frau Musica im Montforthaus brillant. Das stets hochrangige Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung seines Chefdirigenten Gérard Korsten spielte Werke von Antonin Dvorak, Karl Amadeus Hartmann und Franz Schubert. Starsolist war der 1968 in Wien geborene und am Mozarteum als Professor wirkende weltberühmte Geiger Benjamin Schmid, der als “klassischer” Geigenvirtuose ebenso bedeutend ist wie als genialer Jazzgeiger “Beni” Schmid. Beim SOV-Konzert interpretierte er als Solist das hier wenig bekannte “Concerto funebre” für Violine und Streicher des deutschen, früh verstorbenen Komponisten Karl Amadeus Hartmann (1905-1963), der als Gründer der legendären Konzertreihe “Musica viva” in München (1945) eine deutsche Moderne mit Egk, Blacher etc. nach dem Krieg einleitete. Nach der Pause huldigte Schmid Schubert mit dessen Rondo für Violine und Streicher in A-Dur. Verlieh der Geiger dem Hartmann-Opus mit seiner anklagenden Dramatik und dem Widerstand gegen die Gräuel des bevorstehenden Kriegs (1939, erst 1945/1959 uraufgeführt) eine überaus dramatische Stimme, so erklang sein Schubert frisch, vital, ohne jedes romantisches Beiwerk. Allemal faszinierte Schmid mit seiner höchst sensiblen und klangschönen Geigenkunst auf der edlen Stradivari. Ein sprühendes Bach-Encore war sein Dank für den gewaltigen Jubel.

Streicher – Bläser

Die ersten drei Programmpunkte waren den Streichern allein gewidmet, und da bewies der ehemalige Konzertmeister Gérard Korsten einmal mehr seine tiefgründende Affinität zur Streicherkunst – in den wunderbar differenzierten Sätzen von Dvoráks populärer Streicherserenade in E-Dur, op. 22, mit berückender Pianokultur, aber auch bei Hartmanns expressiver Klangrede oder beim schlank-anmutigen Schubert. Und Dvoráks Serenade für Bläser und tiefe Streicher, d-Moll, op. 44, bot vor allem einer Reihe hervorragender Bläserinnen und Bläser (Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner…) Gelegenheit, sich nach den Geigen und Co. mit diesen kongenial zu messen.

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