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Ein grünes, wildes Paradies

Buch – Bezüglich Lebensmittelsicherheit macht sich Daniela Kohler keine Illusionen. „Keime können überall vorkommen“, meint sie. Und fügt noch an: „Ich trage beim Tomatenpflücken auch keine Einweghandschuhe.“ Trotzdem fühlt sie sich sicher. Denn Daniela Kohler gärtnert nicht gegen die Natur sondern mit ihr.

Die junge Frau aus Buch hat sich der Permakultur verschrieben. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden naturnahen Kreisläufen zielt. So wurde mit den Jahren aus dem Garten einwildesParadies, in dem Gemüse, Blumen und Beeren nach Herzenslust sprießen dürfen.

Geteilte Aufgaben

Der Biohof von Daniela und Tone Kohler liegt am Orts­ende von Buch. Genau bei Kilometer sieben. Unterhalb der Straße steht ein Gewächshaus. Hier ist Daniela Kohler die meiste Zeit des Tages zu finden. Vor fünf Jahren haben die gelernte Rezeptionistin und ihr Mann die Landwirtschaft von Danielas Eltern übernommen. „Weil die Geschwister plötzlich nicht mehr wollten“, wie sie sagt.

Die Tiere – vier Kühe, zwei Jungrinder, vier Ziegen und ein Wollschwein – sind Sache des Mannes. „Auch die Buben interessieren sich derzeit noch mehr für die Tiere und fürs Traktorfahren anstatt für Gemüse und Kräuter“, erzählt Daniela Kohler. Und nur, weil die Mutter mit Leidenschaft im Garten schafft, essen sie auch nicht mehr Gemüse. „Da sind sie genauso heikel wie andere Kinder auch“, merkt sie nachsichtig an.

Wie ein Füllhorn

Ihrer Begeisterung tut das keinen Abbruch. Wenn Daniela Kohler durch den Garten mit dem hübschen Teich flaniert, blüht sie auf wie die Duftrosen, die sich an dieser und jener Ecke ausbreiten und deren Blüten sie zu Tee verarbeitet. „In der Permakultur ist die Vielfalt ein wichtiges Thema“, erklärt sie fachkundig. Denn je vielfältiger das System, desto geringer die Gefahr, dass man ohne etwas dasteht, sollte es irgendwo im Kreislauf einen Ernteausfall geben. Was das angeht, braucht sich die Familie wahrlich nicht fürchten. Der Garten mutet wie ein Füllhorn an.

Über zehn verschiedene Salatsorten, 40 verschiedene Tomatensorten, sechs verschiedene Erbsensorten und dazu jede Menge Kräuter, Blüten und Beeren finden sich im Sortiment, das die engagierte Selbstversorgerin freitags auch beim „Buramarkt“ in der Bregenzer Innenstadt anbietet. Und die Kunden greifen mit Vorliebe zu. „Man sollte den Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten noch mehr vertiefen“, sagt Daniela Kohler. Das sorge bei allen für ein besseres Gefühl. Sie selbst macht auf Anfrage gerne Hofführungen und würde Interessierten ebenso gerne Gartenflächen und ihr Wissen zur Verfügung stellen.

Synergien nützen

Vorderhand werkelt sie mit ihrer Mutter aber noch allein „in dieser Wildnis“. Nein, ganz allein sind die Frauen nicht. Da ist noch „Mizzi“, die auf Mäusejagd geht. Da sind noch Hühner, die den Garten schneckenfrei halten, und eine Menge Frösche, deren Quaken hin und wieder die ländliche Stille durchbricht. Sie sind ebenfalls ein Teil der Permakultur, weil sich mit ihnen Synergien nützen lassen. Daniela Kohler ist bei allem auch die Ethik ein großes Anliegen. Die Achtung vor der Natur und dem Menschen, welche die Permakultur impliziert, wirke nämlich über die Landwirtschaft hinaus.

Zur Person:

Daniela Kohler Geboren: 18. April 1973 in Alberschwende

Familienstand: Verheiratet, 3 Kinder

Wohnort: Buch

Hobby: Lesen

Beruf: Hausfrau und Landwirtin, früher Rezeptionistin

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