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Ein Fest soll auch klingen

Abgesehen vom Urlaub ist die Organistin Gerda Poppa jeden Sonntag im Dienst.
Abgesehen vom Urlaub ist die Organistin Gerda Poppa jeden Sonntag im Dienst. ©Poppa
Rankweil – Weihnachten ohne Orgel wäre für Gerda Poppa gar nicht vorstellbar.

Die „ökumenische Partnerschaft“, die sie als Katholikin mit einem evangelischen Ehemann realisiert hat, bestimmt, so Gerda Poppa, auch den Ablauf des Weihnachtsabends. Um 17 Uhr spielt sie die Orgel in der evangelischen Kirche. Nach der Bescherung im familiären Kreis macht sie sich auf in die Basilika Rankweil. Ab 23 Uhr wird musiziert, um 23.30 Uhr beginnt in der Wallfahrtskirche die Christmette. Die Mozart-Messe in G-Dur wird es heuer sein, die mit dem Basilikachor zu gestalten ist. Am nächsten Tag läutet man bereits um 9 Uhr zum Hirtenamt und um 11 Uhr zur Festmesse. Zu Weihnachten sind Musiker und vor allem Organisten durchgehend im Einsatz, aber ein Weihnachten ohne Orgel wäre für Gerda Poppa überhaupt nicht vorstellbar. „Wenn in der kalten Kirche dann Musik erklingt, fängt einen die Stimmung ein“, beschreibt sie das Gefühl.

Einen Sprung gewagt

In einem Elternhaus aufgewachsen, in dem viel musiziert wurde, hat die gelernte Buchhalterin das Orgelspiel zuerst nur nebenbei betrieben. „Dann habe ich einfach den Sprung gewagt und jetzt läuft es ganz gut“, beschreibt sie die Neuausrichtung ihres Berufslebens. Von nichts kommt allerdings nichts, ein Studium am Landeskonservatorium musste absolviert werden. Sie schloss es mit dem Konzertdiplom ab, besuchte noch einige Meisterkurse und studiert nun auch noch Komposition bei Herbert Willi. Messiaen nennt sie als einen der Komponisten, zu denen sie eine besondere Affinität entwickelt hat, auch Jehan Alains Werken fühlt sie sich zugetan und selbstverständlich mag sie Bach. Zu ihren wesentlichen Aufgaben zählen die Begleitung und Unterstützung des Basilikachores, deren Mitglieder sie bewundert. „Die sind aus reiner Freude am Singen sehr engagiert.“ Neben den Messen hat sie selbstverständlich auch Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu gestalten. „Es ist ein Unterschied, ob jemand mit 95 friedlich einschläft oder mit 52 an Herzinfarkt stirbt“, erwähnt sie die Tatsache, dass eben auch die Organistin auf der Empore lernen muss, mit Freud und Leid zurande zu kommen. Die musikalischen Wünsche von Brautpaaren lassen sie zuweilen schmunzeln. „Ich habe mir ein schönes Pop-Repertoire angeeignet“, erklärt die Pragmatikerin, die als reine Konzertorganistin, als die man Gerda Poppa auch kennt, dann wieder voll in ihrem Element ist.

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