Ein echter Ort der Begegnung

Das Jüdische Museum Hohenems präsentiert sich im Kulturforum in New York.

Zehn Jahre nach dem ersten Treffen der Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems trafen sich im Sommer 2008 wieder mehr als 120 Nachkommen aus aller Welt in Vorarlberg. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA und der Schweiz, aus Australien, Kanada und England, aus Italien, Belgien und Frankreich, aus Österreich und Israel, aus Deutschland und Liechtenstein kamen vier Tage zusammen.

Neuer Film und Katalog

Der Vorarlberger Journalist Markus Barnay hat dieses Treffen filmisch eingefangen und beliefert mit diesem Dokument nun eine Veranstaltung, die am kommenden Montag im österreichischen Kulturforum in New York stattfindet. Dabei wird auch die englische Ausgabe des neuen Museumskataloges präsentiert, den Direktor Hanno Loewy im letzten Jahr herausgebracht hat.

Geschichtsvermittlung

Hanno Loewy, Susan Rosen­thal-Shimer (von den American Friends of the Jewish Museum Hohenems) und Norman Kleeblatt, der Kurator des Jewish Museum New York, referieren im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Erfahrungen mit Geschichtsvermittlung. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Nach dem Kunsthaus Bregenz ist das Jüdische Museum die zweite Vorarlberger Institution, die sich in New York präsentiert. Die im letzten Jahr eröffnete, neu gestaltete Dauerausstellung im Museum hat, so Hanno Loewy, auch das Besucherverhalten verändert: „Die Besucher bekommen einen Zugang zu einer von Menschen gespeisten Sicht auf Geschichte. Die Ausstellung ist nun auch für Kinder erschließbar. Sie können ihre eigene Neugier kultivieren. Das spielt auch bei der dritten Zielgruppe eine große Rolle, bei den Familien. Sie werden in Museen oft nicht ernst genommen.”

Jüdische Alpenvereine

Die nächste große Ausstellung, die Ende April in Hohenems eröffnet wird, umfasst ein Thema, das viele Geschichten berührt. Es geht um den Alpinismus und das Mitwirken der Juden beim Aufbau des österreichischen und deutschen Alpenvereinswesens. Loewy: „Es gab viele Juden im Alpenverein. Das hatte damit zu tun, dass er eine bürgerliche Institution war oder dass der Alpinismus ein internationales Phänomen war. Erst später machte sich Antisemitismus breit. 1921 hat die größte Vereinssektion, nämlich die Austria, einen Paragraphen beschlossen, der mehr als ein Viertel der Mitglieder ausschloss. Das ist insofern erschreckend, als es zeigt, dass sich der Rest ziemlich einig gewesen sein muss.”

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