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Eifrige Altpapiersammler

Vorarlberger sind die eifrigsten Altpapiersammler in Österreich. Die Ländle-Haushalte haben die höchste „Sammelmoral“ bei der getrennten Sammlung von Altpapier.

Im Vorjahr hat jeder Einwohner im Ländle 76,7 Kilo Altpapier gesammelt, in Summe 26.941 Tonnen. Das Sammelergebnis im Ländle liegt – wie auch bei Altglas, Metall oder Papier – um über 20 Prozent höher als im österreichischen Schnitt.

Dieses gute Zeugnis stellten heute, Dienstag, der Geschäftsführer Werner Knausz von der Altpapier-Recycling Organisationsgesellschaft (ARO) und Vorstandsvorsitzender Dieter Gruber von der Papierfabrik Rondo Ganahl AG, Frastanz, den Vorarlbergern aus. In Österreich wurden im Vorjahr rund 1,2 Mio. Tonnen Altpapier gesammelt. Das gesammelte Altpapier wird zur Gänze als Zeitungspapier oder Pappe wiederverwertet. Die verarbeitende Papierindustrie braucht aber noch mehr Rohstoff und importiert zusätzlich rund 900.000 Tonnen. „Die Österreicher können ruhig weiter sammeln“, appellierte Knausz an die Landsleute, im Eifer nicht nachzulassen.

Um den Bedarf an hochwertigem Altpapier im Inland noch besser decken zu können, startet die seit 1994 bestehende ARO (www.aro.at) eine Informationsoffensive: Jeder Haushalt erhält eine – natürlich auf Recyclingpapier gedruckte – Broschüre „Ein Fall fürs Altpapier“, die Anleitungen für möglichst effizientes Sammeln von Altpapier gibt.

Im Gegensatz zu den Lobeshymnen für die generelle Altpapier- und Altstoffe-Sammelmoral der Vorarlberger kritisiere die ARO und Rondo Ganahl ein Abfallsammlungs-Pilot-Projekt in Bregenz. In über 600 Haushalten der Landeshauptstadt und parallel in etwa 240 Haushalten der Nachbargemeinde Hard am Bodensee sollen ein Jahr lang die bisher getrennt gesammelte Abfallstoffe Glas, Kunststoff, Metall und Papier – aber kein Restmüll – in einem einzigen Sack gesammelt und dann im Abfallzentrum Häusle in Lustenau maschinell getrennt werden. Für die ARO ist das Pilot-Projekt eine „bedauerliche Fehlentscheidung“ und ein „drohender Schildbürgerstreich“. Gruber von Rondo Ganahl befürchtet die Verunreinigung von Altpapier u.a. mit Ölen und Fetten.

Thomas Gehrer von der zuständigen Umweltabteilung der Landeshauptstadt sieht die Sache ganz anders und verteidigt das Bregenzer Pilotprojekt als sinnvoll und Kosten sparend: Derzeit seien die Abfall-Sammelstellen vielfach überfüllt und verunreinigt, zahlreiche Bürger dürften mit dem Abfall-Trennen offensichtlich überfordert sein. Die zwischenzeitliche Reinigung durch den städtischen Bauhof verursache ebenso enorme Kosten wie der Umstand, dass immer noch zu viel Papier und andere Wertstoffe im Restmüll und damit letztlich auf den teuren Deponien landen. Gehrer: „Wir wollen nun ein Jahr lang den Anfall von Müll genau erfassen und analysieren“.

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