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EHF verdonnerte Prokop zu drei Jahren Sperre und Geldstrafe

69-Jähriger bleibt aber Hypo-Manager
69-Jähriger bleibt aber Hypo-Manager ©APA (Jäger)
Sechs Tage nach seinem unentschuldbaren Blackout im Frauen-Champions-League-Heimspiel gegen HB Metz (27:27) hat Gunnar Prokop die saftige Rechnung erhalten.
Rücktritt gilt für immer
Aller EHF-Funktionen entbunden

Das dreiköpfige Schiedsgericht des Europäischen Handball-Verbandes (EHF) in Wien sperrte den inzwischen als Trainer von Hypo Niederösterreich zurückgetretenen 69-Jährigen für drei Jahre, verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe von 45.000 Euro und enthob ihn aller EHF-Funktionen lebenslang.

Der Verein des Handball-Zampanos, der heuer Jagd auf den neunten Coup im Meistercup macht, kam auch auch nicht ungeschoren davon. Er wurde mit einer Geldbuße von 30.000 Euro belegt. Außerdem wurde den Südstädterinnen, die die wertvollste Trophäe zuletzt 2000 ihr Eigen genannt hatten, der eine gegen die Französinnen geholte Punkt abgezogen. Metz bekam aber keinen weiteren Zähler dazu.

Gegen das Urteil haben die Bestraften die Möglichkeit, innerhalb von 21 Tagen Einspruch einzulegen. Im Falle eines Protests, den Prokop wenige Stunden vor der Urteilsverkündung auf einer Pressekonferenz in Wr. Neudorf schon angekündigt hatte, würde das Berufungsgericht in zweiter und letzter Instanz des Europa-Verbandes entscheiden.

Aus der EHF-Zentrale in Wien war zu hören, dass vor allem die Strafen gegen den Funktionär sehr drastisch ausgefallen seien. “Eine Sperre und eine Geldstrafe in dieser Höhe hat es bisher gegen einen Trainer noch nie gegeben”, sagte Markus Glaser, der EHF-Spielleiter im Europa-Verband, im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Die Bußen, die im vorigen Jahr im Zusammenhang mit Schiedsrichter-Bestechungen gegen Vereine ausgesprochen worden waren, seien ebenfalls relativ heftig gewesen.

Das dreiköpfige EHF-Schiedsgericht, das sich aus dem Vorsitzenden Israeli Moshe Herman sowie dem Finnen Tapio Arponen und dem Griechen Ioanis Karanassos zusammensetzte und die Berichte der Schiedsrichter und Delegierten sorgfältig geprüft hat, wertete die Attacke Prokops an einer gegnerischen Spielerin nach 59:53 Spielminuten als grob unsportliches Verhalten. Diese Aktion habe gegen Fair Play, Respekt und Sportlichkeit sowie fundamentale Prinzipien des Handballs verstoßen und unserem Sport geschadet.

Durch sein Eingreifen habe Prokop beim Stande von 27:27 sieben Sekunden vor Schluss nicht nur die Chance auf das mögliche Siegestor der Französinnen, sondern auch die serbische Metz-Legionärin Svetlana Ognjenovic gefährdet. Der Hypo-Macher hat sich inzwischen für seinen “Scheiß-Aktion” (Eigen-Definition) bei allen entschuldigt, Reue für sein psychisches Blackout gezeigt. Er hatte mit einer Geldstrafe von 15.000 Euro auch gerechnet, aber nicht mit einer derart langen Sperre.

Die EHF werde sich schwertun, ihn zu sperren, hatte er noch am Vormittag gemeint. “Mein Tatbestand scheint gar nicht im Regulativ auf. Wenn nichts in den Satzungen steht, kann man auch nicht bestrafen. Wegen Unsportlichkeit kann es eine Geldstrafe geben”, glaubte er und kündigte im Fall einer Suspendierung für mehr als ein “paar Spiele” Einspruch an.

Außerdem würde er dann überlegen, vor den Europäischen Sportgerichtshof zu gehen. Nach Bekanntwerden der drastischen Sperre war Prokop vorerst zu keiner Stellungnahme bereit, er wollte sich vorher von seinem Rechtsanwalt beraten lassen.

Die am Dienstag als erste Konsequenz ausgesprochene – bis zum (heutigen) Urteil noch vorläufige – Suspendierung als Mitglied und Vorsitzender der EHF-Frauen-Bewerbsspiel-Kommission tangierte ihn nur am Rande. “Ich habe meinen Rücktritt aus diesem Gremium schon vorher in einem Brief mitgeteilt. Ich war da zwei Jahre drinnen, wollte dort viel bewegen, aber es hat sich überhaupt nichts bewegt”, begründete Hypos Manager am Mittwoch.

Reaktionen zum Strafausmaß:

Gerhard Hofbauer (Präsident des Österreichischen Handball-Bundes/ÖHB): “Die EHF wird nach ihren Überlegungen entschieden haben. Die Höhe der Strafe bewegt sich für den Europa-Verband im normalen Strafausmaß. Ich hoffe, das Urteil schreckt ab. Würde ein solches Vorgehen nicht verurteilt und als normal dargestellt, brauchen wir keinen Sport mehr ausüben.”

Martin Hausleitner (Generalsekretär des Österreichischen Handball-Bundes/ÖHB):
“Wir haben uns schon vergangene Woche vom Verhalten Prokops klar distanziert. Wir prüfen derzeit die Rechtssituation, wenn ein Vergehen nach unseren Statuten vorliegt, werden wir über die Situation nachdenken.”

Thomas Menzl (Manager des Männer-Spitzenvereins aon Fivers Wien): “Manche sagen das ist ein Wahnsinn, manche finden das Urteil gerecht. Es ist auf alle Fälle ein abschreckendes Beispiel, dass solche Aktionen nicht Schule machen. Ich glaube, dass das auch der Hintergedanke der EHF ist. Für mich sind es überraschend hohe Strafen.”

Hans Wolff (Präsident der Männer-Handball-Liga-Austria):
“So einen Fall hat es noch nie gegeben. Über die Höhe der Geldstrafe kann man diskutieren, aber die Sperre ist deshalb okay, weil sonst für Nachahmungstäter Tür und Tor geöffnet wären. So hat man einen Riegel vorgeschoben, damit in Zukunft nicht ähnliche Aktionen passieren. Ich bin froh, dass das Urteil so schnell gesprochen wurde und in dieser Höhe ausfiel.”

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