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Echt geil

Bürgerbeteiligung (BB) ist in fast aller Munde. BB beteiligt Bürger irgendwie bei irgendwas. BB soll den Bürgern zeigen, dass sie mitreden dürfen sollen und dass Demokratie schwierig ist und dass es die da oben gut meinen. Bürger, die nicht mitmachen, finden das auch gut, weil sie glauben, dass die Bürger, die mitmachen, zum Wohlergehen von denen, die nicht mitmachen, sich bürgerbeteiligen. Bürgerinnen kommen wörtlich nicht vor. BB ohne.

Plotikeri finden BB reizvoll, weil sie dann selber nicht herumrennen müssen und fragen, was Bürger eigentlich wollen. Sie halten nach einer BB die Pfote hoch und beschließen ein bisschen von dem, was die Bürger in der BB auf das Packpapier (s.u.) gemalt haben. Eigentlich wären die Plotikeri dann gar nicht mehr nötig. Damit dieser Gedanke nicht Platz greift, loben sie BB über alles und geben sich mediallauthals als „Fan der BB“.

Wie aber geht BB? Sie geht immer irgendwie. Irgendwie wird ein BBEx (Experte) mit einer Flipchart gechartert. Der bringt einen Flipperkasten mit bunten ovalen und runden Punkten (auch eckige schon gesehen), Farbstiften und Packpapier (Bio) und sagt, wie es geht. Wenn die BB-B (Bürgerbeteiligungs-Bürger) im Pfarrsaal sind (es gibt nur den), sagt ein Plotikeri „Grüßgottmitanand“ und überlässt einem BB-Beamten das Feld. Der stellt den BBEx vor, der schon viele erfolgreiche BB geflipchartert habe, und überlässt dem das Feld. Der öffnet den Flipperkasten und stellt das bewährte BB-Modell namens „Bürgercafe“ vor. Dann dürfen die BB-Bürger ihre Meinung am runden Tischchen auf das Packpapier malen. Dann wird das Packpapier aufgehängt. Dann gehen alle daran langsam vorbei und lesen, was andere draufgeschrieben haben. Dann fotografiert der BBEx alles zur Dokumentation, weil im Amt alles abgeschrieben wird und ins BB-Album kommt. Später werden die farbigen Punkte auf die Flipchart geklebt und jeder kann sehen wo viele, wo wenige, mittelviele oder nur ein paar Punkte sind.

Nach drei Stunden ist die BB vorbei, aber es kann einen Monat später noch eine und dann noch eine gemacht werden. Drei sind am erfolgreichsten, weil aller guten Dinge drei sind. Dann verschwindet alles irgendwie irgendwo im Rathaus. Nach der BB gehen manche was trinken zur Tankstelle, weil es kein Gasthaus im Dorf gibt, Post auch keine, (nur eine Stadtplanung mit BB).

Damit von 5000 wenigstens 30 Bürger bei der BB mittun, wird über das Gemeindeblatt oder sonstige Kanäle zur BB aufgerufen, im Dezember z.B. mit “Ist da jemand?” im Staatsfernseher, oder mit „Red mit“ beim Dorf-EKZ oder mit “Du bist die Bank“ bei der Dorf-Bank. In den 60-ern verstanden die Bürger unter BB Brigitte Bardot. Da war BB BB und nur weiblich. Echt geil, die 60-er, nicht?

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