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Dutzende Verletzte bei Anti-Bush-Demo

Drei Tage vor Beginn des APEC-Gipfels in Südkorea sind bei gewalttätigen Protesten gegen US-Präsident George W. Bush Dutzende von Menschen verletzt worden.

Rund 12.000 Bauern protestierten am Dienstag in der Hauptstadt Seoul gegen den freien Welthandel und lieferten sich anschließend eine dreistündige Straßenschlacht mit der Polizei, wie Augenzeugen berichteten. Das Gipfeltreffen des Asien-Pazifik-Forums (APEC), an dem Bush teilnehmen will, beginnt am Freitag in Pusan (Busan) im Süden Südkoreas. Der US-Präsident begann seine einwöchige Asienreise am Dienstag in Japan. Auch dort gab es Proteste gegen ihn.

Bei der Straßenschlacht beim Parlament in Seoul erlitten mehrere Polizisten und Demonstranten Platzwunden am Kopf, wie Augenzeugen berichteten. Zwei Polizeifahrzeuge seien in Flammen aufgegangen. Die Polizei ging demnach mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, die in großes Bush-Porträt anzündeten. Es zeigte den US-Präsidenten, wie er ein Messer in einen Reissack rammt – Ausdruck des Unmuts südkoreanischer Bauern angesichts der Pläne ihrer Regierung, den heimischen Markt für Reis-Importe zu öffnen.

Im vergangenen Jahr hatte Seoul einer Verdopplung der Einfuhren zugestimmt. Damit kam die Regierung Verpflichtungen gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) nach, die Südkorea eine Schonfrist bis 2014 eingeräumt hatte, bevor alle Einfuhrbeschränkungen für Reis fallen sollen. Bauern und Globalisierungsgegner drohten in Seoul mit weiteren Massendemonstationen gegen den APEC-Gipfel. „Wir kämpfen um unsere Existenz“, skandierten die Demonstranten.

Der APEC-Gipfel findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Bis zu 46.000 Sicherheitskräfte sollen die Hafenstadt Pusan in eine Festung verwandeln, über der eine Flugverbotszone mit einem Radius von sieben Kilometern gilt; zu Wasser gilt derselbe Sicherheitsabstand. Vor Beginn des Gipfels machten sich die Außenminister der APEC-Staaten für einen Kompromiss bei den WTO-Verhandlungen stark, um das Gipfeltreffen der Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember in Hongkong vor dem Scheitern zu bewahren. Noch gebe es Differenzen in „verschiedenen Bereichen“, darunter im Agrarsektor, sagte der südkoreanische APEC-Botschafter Kim Jong Hoon. Weitere Themen der APEC-Außenminister waren der Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe.

Bei den WTO-Gesprächen vom 13. bis 18. Dezember soll über Zollsenkungen in Milliardenhöhe und einen besseren Zugang von Entwicklungsländern zu den Märkten der reichen Staaten verhandelt werden. Als Haupthindernis für einen Erfolg der Gespräche gelten die Agrarsubventionen in den Industrieländern. Die APEC war 1989 mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, bis 2020 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsländern zu erreichen. Zuletzt wurde die Agenda auch um Themen wie Gesundheit und Terrorismus erweitert. APEC-Mitglieder sind Australien, Brunei, Kanada, Chile, China, Hongkong, Indonesien, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Peru, die Philippinen, Russland, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, die Vereinigten Staaten und Vietnam. Die APEC-Länder machen zusammen fast die Hälfte des Welthandels aus.

In der japanischen Stadt Kyoto protestierten rund 400 Menschen friedlich gegen Bush. In der historischen Stadt ist für Mittwoch ein Treffen Bushs mit Regierungschef Junichiro Koizumi geplant. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen sicherheitspolitische und strategische Fragen. So dürften die Pläne Washingtons zur Umstrukturierung der in Japan stationierten US-Truppen und die Lage im Irak eine wichtige Rolle spielen. Bush wird von Japan aus nach Südkorea und nach China weiterreisen.

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